Terrorismus

Prozess um IS-„Beatles“: Lebenslange Haft für Mitglied

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Seine Beteiligungen an Geiselnahmen hätten unter anderem zum Tod von vier amerikanischen in Syrien geführt: El Schafi Elscheich (Archivbild).

Anfang des Jahres wurde er schuldig gesprochen. Nun ist das Urteil gefallen. Bei El Schafi Elscheich soll es sich um den ranghöchsten IS-Kämpfer handeln, der jemals in den USA vor Gericht stand.

Washington - Ein aus Großbritannien stammendes Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist in den USA wegen der Beteiligung an Geiselnahmen und Tötungen von US-Bürgern zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Das Strafmaß für El Schafi Elscheich wurde von einem Gericht im US-Bundesstaat Virginia bekanntgegeben, wie das Justizministerium mitteilte. Er war Anfang des Jahres schuldig gesprochen worden. Elscheich gehörte zu einer IS-Terrorzelle, die wegen der Herkunft und des Akzents der Mitglieder als „The Beatles“ bekannt wurde.

Zu den Opfern zählte auch der US-Journalist James Foley

Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich um den ranghöchsten Kämpfer des IS, der sich jemals in den USA vor einem Geschworenengericht verantworten musste. Seine Beteiligungen an Geiselnahmen hätten zum Tod von vier amerikanischen sowie von britischen und japanischen Staatsbürgern in Syrien geführt, so das Justizministerium.

Zu ihren Opfern zählten demnach auch die US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff sowie die Entwicklungshelfer Peter Kassig und Kayla Mueller. Videos von Enthauptungen, bei denen Gefangene in orangefarbene Overalls gekleidet waren, lösten 2014 weltweit Entsetzen aus.

Der Verurteilte war der Anklage zufolge von 2012 bis 2015 führend an einer „weitreichenden Verschwörung“ beteiligt, welche die Gefangennahme von 26 Geiseln in Syrien beinhaltete.

In einem parallel laufenden Prozess hatten die Geschworenen einen weiteren IS-Dschihadisten, Alexanda Kotey, bereits im April zu lebenslanger Haft verurteilt. Elscheich war zusammen mit Kotey von Großbritannien ausgeliefert worden - unter der Bedingung, dass ihnen in den USA keine Todesstrafe drohe. Ein weiteres mutmaßliches früheres Mitglied der „Beatles“-Zelle ist vor gut einer Woche nach Großbritannien ausgeliefert worden. Aine Leslie Davis hatte zuvor eine Haftstrafe in der Türkei abgesessen. dpa

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