Staatsschutz ermittelt

Schüsse auf islamisches Kulturzentrum – Tatverdächtiger vernommen

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Eine mobile Wache der Polizei steht vor dem islamischen Kulturzentrum, auf das am Sonntag (23.01.2022) geschossen wurde.
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Am Sonntag treffen Luftgewehrkugeln die Fassaden eines islamischen Kulturzentrums – verletzt wurde niemand. Nun wird gegen einen 55-jährigen Anwohner ermittelt.

Halle – In Halle ist während des Mittagsgebets mit einem Luftgewehr auf ein islamisches Kulturzentrum geschossen worden. Die Polizei teilte mit, es seien keine Menschen verletzt worden. Auch am Gebäude gäbe es keine größeren Schäden. Es erhärtete sich nach ersten Ermittlungen der Verdacht gegen einen 55-jährigen Bewohner eines gegenüberliegenden Mehrfamilienhauses. Laut Polizei wurde er als Inhaber der Wohnung ermittelt, von deren Fenster nach Zeugenberichten die Schüsse ausgingen.

Eine „entsprechende Langwaffe zum Verschießen von Diabolos und eine Gasdruckpistole“ sei bei dem Mann gefunden und sichergestellt worden, hieß es. Nach einer Vernehmung sei der Tatverdächtige nicht festgenommen worden und habe gehen dürfen, teilte die Polizei mit. Nach ersten Erkenntnissen sei er bisher nicht mit politisch motivieren Straftaten in Erscheinung getreten. Zunächst wurden keine weiteren Details zu dem Vorfall bekannt. Der Staatsschutz ermittelt.

Linken-Fraktion: „Wir sind entsetzt über die Schüsse auf die Gläubigen“

In einer ersten Reaktion auf den Vorfall schrieb die Landtagsfraktion der Linken*: „Wir sind entsetzt über die Schüsse auf die Gläubigen“. Die Einrichtung sei bereits mehrfach Ziel solcher Attacken geworden. Die Situation, dass Menschen vor der Moschee unmittelbar ins Visier genommen werden konnten, habe auch damit zu tun, dass die Moschee für die Zahl an Gläubigen zu klein sei und sie zum Teil vor der Moschee beten müssten. „Die Gemeinde braucht endlich die Unterstützung und die nötige Sensibilität der Landesregierung“, sagte der religionspolitische Sprecher der Fraktion, Wulf Gallert.

„Mehrfach ist heute (Mittagsgebet) erneut auf Gläubige (darunter Rollstuhlfahrer) unserer Moschee in Halle mit Luftgewehr geschossen worden“, schrieb der Zentralrat der Muslime in Deutschland via Twitter. Bei Muslimfeindlichkeit und Rassismus bleibe es nicht bei Worten.

Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt verurteilte die Tat scharf. „Die Radikalisierung und andauernde rechte Gewalt in diesem Bundesland* sind eine Schande“, hieß es in einem Tweet des Rates vom Sonntag. „Angriffe wie heute müssen skandalisiert werden statt stillschweigend geduldet! Solidarität jetzt.“ (lz/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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