News-Ticker zur militärischen Lage

AKW Saporischschja: Tötung von Mitarbeitern durch Putins Truppen? Ukraine vermeldet Gebietseroberung

Alle Autoren
    schließen
  • Patrick Mayer
    Patrick Mayer
  • Franziska Schwarz
    Franziska Schwarz

Das AKW Saporischschja bereitet weiter große Sorgen. Präsident Selenskyj meldet Fortschritte bei der Offensive gegen Russland. News-Ticker zum Militärgeschehen im Ukraine-Krieg.

Update vom 8. September, 9.30 Uhr: Auch zum Wochenende kann das ukrainische Militär offenbar Gebietsgewinne in der Region Charkiw im Nordosten des Landes verbuchen. Wie die

Update vom 8. September, 21.25 Uhr: Russland macht im Krieg gegen die Ukraine weitere Verluste: Ukrainische Truppen haben bei ihrer Offensive nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Kreisstadt Balaklija im Osten des Landes zurückerobert. Er teilte am Donnerstag auf Telegram ein Video, das ukrainische Soldaten angeblich auf dem Rathaus vor der blau-gelben Fahne zeigt. Ein Soldat meldete dem Präsidenten die Einnahme von Balaklija. „Die Flagge der Ukraine über einer freien ukrainischen Stadt unter einem freien ukrainischen Himmel“, schrieb Selenskyj dazu.

Schon seit Donnerstagnachmittag kursierten im Internet Videos, in denen ukrainische Soldaten sich ungehindert im Zentrum der Stadt bewegten. Die von Russland eingesetzte Verwaltung für die eroberten Gebiete um Charkiw behauptete indes, Balaklija und der Ort Schewtschenkowe seien weiter unter russischer Kontrolle. Es würden russische Reserven in den Kampf geführt, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Verwaltungschef Andrej Alexejenko. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar. 

Krieg gegen Russland: Ukraine erobert 20 Ortschaften in Charkiw zurück

Update vom 8. September, 15.07 Uhr: Den ukrainischen Streitkräften ist es offenbar gelungen, 20 Ortschaften in der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine zurückzuerobern. Das vermeldete die ukrainische Militärführung. Die Einheiten seien 50 Kilometer weit in das feindliche Gebiet vorgedrungen, sagte der ranghohe ukrainische Militär Oleksij Gromow am Donnerstag. Meldungen dieser Art lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen. Die Region Charkiw ist seit den ersten Tagen des russischen Angriffskriegs am 24. Februar teilweise von der russischen Armee besetzt.

AKW Saporischschja: Betreiber wirft russischen Truppen Misshandlung von Mitarbeitern vor

Update vom 8. September, 8.14 Uhr: Der Betreiber des AKW Saporischschja wirft den russischen Truppen im besetzten Kernkraftwerk die Verschleppung und Misshandlung von Mitarbeitern vor. „Etwa 200 Leute sind bereits inhaftiert worden. Von einigen wissen wir nicht, was mit ihnen passiert ist. Es gibt keinen Hinweis, wo sie sind“, sagte der Präsident von Enerhoatom, Petro Kotin, den Funke-Zeitungen.

Einige Mitarbeiter seien getötet worden, erklärte er und fügte hinzu: „Wir wissen, dass Menschen gefoltert worden sind“. Die russischen Besatzer versuchen dem Energoatom-Chef zufolge, herauszufinden, welche Mitarbeiter proukrainisch sind. „Es ist sehr schwierig für unser Personal, da zu arbeiten“, sagte Kotin. Doch die Mitarbeiter wüssten, dass es wichtig für die nukleare Sicherheit und für den Brandschutz sei, vor Ort zu bleiben. „Sie erfüllen ihre Pflicht.“

Nach Angaben von Kotin gibt es auf dem Gelände noch etwa tausend ukrainische Mitarbeiter. In Friedenszeiten arbeiteten in dem größten Atomkraftwerk Europas 11.000 Menschen. Viele hätten die Region verlassen.

Nur wenige Tage nach dem Besuch der UN gibt es erneut Meldung über Raketenangriffe in der Nähe des AKW.

Offensive der Ukraine gegen Russland: Selenskyj spricht von „guten Nachrichten“

Update vom 8. September, 6.14 Uhr: Die ukrainische Armee scheint bei ihrem Gegenangriff gegen die russischen Invasoren im Osten des Landes Fortschritte zu machen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner Videoansprache vom Mittwoch, es gebe „gute Nachrichten aus der Region Charkiw“.

Aus Berichten russischer Kriegskorrespondenten ergibt sich, dass die ukrainische Armee seit Dienstag bei der Stadt Balaklija erfolgreich vorrückt und mehrere Ortschaften zurückerobert hat. Unabhängig verifizieren ließen sich die Angaben zunächst nicht.

AKW Saporischschja: Anwohner sollen das Gebiet verlassen

Update vom 7. September, 21.18 Uhr: Die Lage am Atomkraftwerk Saporischschja ist weiter ernst. Die Vize-Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Vereshchuk, empfahl den Bürgern in den russisch kontrolliertem Gebieten um das Kraftwerk nun, den Bereich zu verlassen.

„Ich appelliere an die Bewohner der an das Kernkraftwerk Saporischschja angrenzenden Bezirke … Verlassen Sie das Gebiet! Finden Sie einen Weg, um in (ukrainisch) kontrolliertes Gebiet zu gelangen“, schrieb Vereshchuk laut The Guardian auf Telegram. Nur einen Tag nachdem der Bericht der IAEA zur Lage am AKW veröffentlicht wurde, hatte es erneut Beschuss gegeben (siehe Update, 17.30 Uhr).

Geländegewinne der Ukraine: Dörfer im Süden und Osten zurückerobert

Update vom 7. September, 18.50 Uhr: Die ukrainische Armee hat bei ihren Ende August begonnenen Vorstößen in der Südukraine offensichtlich Geländegewinne erzielt. Es wurden russische Luft- und Artillerieangriffe auf mehrere Ortschaften im Gebiet Cherson verzeichnet, die vorher noch als russisch kontrolliert galten. Konkrete Angaben zu Fortschritten machte Kiew jedoch weiter nicht. Parallel dazu wurden in sozialen Netzwerken Videos und Fotos von zurückeroberten Dörfern um die Stadt Balaklija im Gebiet Charkiw in der Ostukraine veröffentlicht.

Trotz der Gegenangriffe stehen einschließlich der 2014 annektierten Halbinsel Krim weiter mehr als 20 Prozent des ukrainischen Territoriums unter russischer Kontrolle.

AKW Saporischschja: Erneuter Beschuss gemeldet — Ukraine erwägt Abschaltung

Update vom 7. September, 17.30 Uhr: Einen Tag, nachdem die UN eine kampffreie Zone um das gefährdete Atomkraftwerk Saporischschja gefordert hat, hat Russland die Angriffe offenbar wieder aufgenommen. Ein lokaler Beamter berichtete gegenüber Apnews von Raketenangriffen auf die Stadt Nikopol. Sie liegt auf der gegenüberliegenden Flussseite des AKWs. Es gäbe Brände und Stromausfälle, so der Beamte. Unter den Bewohnern würden Jodtabletten verteilt, um sie bei einem Strahlungsleck zu schützen. Die Berichte können nicht unabhängig überprüft werden.

Indes erwägt die Ukraine eine Abschaltung der Anlage und des Kraftwerks Nummer sechs, berichtet CNN. Die Verschlechterung der Situation und die mangelnde Stromversorgung aus externen Quellen, könnten den Schritt nötig machen, so Oleh Korikov, leitender Staatsinspektor für Nuklear- und Strahlensicherheit der Ukraine. Dieselgeneratoren auf Dauer einzusetzen, sei im Krieg nicht möglich. „Es ist äußerst schwierig, die Dieselkraftstoffversorgung während des Krieges aufzufüllen“, so Korikov. Der IAEA-Bericht hatte Unterbrechungen bei der Stromversorgung des AKW dokumentiert.

Verschleppte Ukrainer: UN-Botschafterin berichtet von hunderttausend Deportationen seit Kriegsbeginn

Update vom 7. September, 16.30 Uhr: Russland hat seit seinem Überfall auf die Ukraine nach Angaben der Vereinigten Staaten Hunderttausende Menschen in teils entlegene Gebiete deportiert. „Wir haben Beweise dafür, dass die Russen Hunderttausende ukrainische Bürger, darunter auch Kinder, vertrieben haben“, sagte die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Mittwoch.

Sie werden verhört, sie werden festgehalten, sie werden zwangsweise deportiert. Einige werden in die entferntesten Teile Ostrusslands nahe der nordkoreanischen Grenze geschickt.

Linda Thomas-Greenfield, UN-Botschafterin, zu Verschleppungen in der Ukraine

„Sie werden verhört, sie werden festgehalten, sie werden zwangsweise deportiert. Einige werden in die entferntesten Teile Ostrusslands nahe der nordkoreanischen Grenze geschickt“, so Thomas-Greenfield. Dies sei der Versuch Moskaus, Widerstand der Ukrainer zu unterdrücken. Sie forderte, dass die UN und Menschenrechtsorganisationen Zugang zu den Camps erhalten, in denen die Menschen untergebracht seien.

Ukraine gibt erstmals Angriffe auf Krim zu: Verschärfung für 2023 geplant

Update vom 7. September, 15.32 Uhr: Die Ukraine hat sich nach einem Monat zu einer Reihe von Angriffen auf die Krim bekannt. Das geht aus einem Bericht von Walerij Saluschnyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte hervor. Im August waren dort unter anderem der Flugplatz Saki beschossen und russische Flugzeuge zerstört worden. Diese Angriffe würden den Krieg näher an die russische Bevölkerung heranbringen. Auch 2023 sei das Ziel, den Krieg der russischen Bevölkerung durch Angriffe in besetzten Gebiete zu verdeutlichen, denn der „Durchschnittsrusse“ nehme die Verluste, Misserfolge und vor allem Kosten der Kämpfe aufgrund der räumlichen Distanz kaum wahr. Selenskyj hatte am Dienstag Gegenangriffe im Raum Charkiw angekündigt (siehe Update vom 6. September, 21.05 Uhr).

Walerij Saluschnyj hält ein Kriegsende 2022 nicht für wahrscheinlich. „Und es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass es 2022 enden wird“, schreibt er.

Lage am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja: Betreiber plädiert für Blauhelm-Einsatz

Update vom 7. September, 14.24 Uhr: Der staatliche Betreiber des Atomkraftwerks Saporischschja plädiert für die Entsendung von UN-Blauhelmen zu den Reaktoren. Dies könne eine Möglichkeit sein, um dort eine Sicherheitszone einzurichten und die russischen Truppen abzuziehen, sagte der Energoatom-Chef Petro Kotyn in einer vom ukrainischen Fernsehen ausgestrahlten Stellungnahme.

Moskau verlangte unterdessen von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) „Klarstellungen“ zu ihrem Saporischschja-Bericht. Das teilte die Nachrichtenagentur Interfax mit. Zu welchen konkreten Punkten Russland Nachfragen hat, erläuterte Außenminister Sergej Lawrow dabei nicht. Moskau bat seinen Angaben zufolge IAEA-Chef Rafael Grossi um Aufklärung. Außenministeriums-Sprecherin Maria Sacharowa erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti, der Westen habe bei dem Bericht „Druck“ auf die IAEA ausgeübt.

Geheimdienst zum Ukraine-Krieg: Drei-Fronten-Kampf für Russland

Update vom 7. September, 11.20 Uhr: In der Ukraine laufen nach britischen Erkenntnissen aktuell an drei Fronten heftige Kämpfe: nahe der Stadt Charkiw im Nordosten, in der Region Donbass im Osten sowie im Gebiet Cherson im Süden. Die russischen Angreifer planten vermutlich vor allem, den Vormarsch auf die ostukrainische Stadt Bachmut fortzusetzen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Dabei stießen die Truppen aber auf Probleme.

„Die Kommandeure stehen vor dem Dilemma, ob sie operative Reserven zur Unterstützung dieser Offensive einsetzen oder sich gegen fortgesetzte ukrainische Vorstöße im Süden verteidigen sollen.“ Die ukrainischen Vorstöße erschwerten die Lage der Angreifer, hieß es weiter. „Mehrere gleichzeitige Bedrohungen, die sich über 500 Kilometer verteilen“ dürften demnach die russischen Fähigkeiten auf die Probe stellen, die Operationen zu koordinieren. Das habe Russland schon früher nicht geschafft.

Kremlchef Wladimir Putin dementierte unterdessen öffentlich Verluste im Angriffskrieg.

Ukraine: Selenskyj-Berater kündigt „großartige Neuigkeiten“ an – „Machen richtig Druck“

Update vom 7. September, 6.53 Uhr: In der Ukraine verdichten sich die Anzeichen für Gegenoffensiven im Süden und Osten: „Die Unseren machen Druck, machen richtig Druck“, sagte der Selenskyj-Berater Olexij Arestowytsch. Die Orte nannte er nicht, das sei Sache des Generalstabs.

Kriegskorrespondenten des russischen Staatsfernsehens nannten aber die Stadt Balaklija im ostukrainischen Gebiet Charkiw als eine Angriffsstelle. Dort habe die ukrainische Armee Gelände zurückerobert, darunter den Ort Werbiwka. Seit vergangener Woche läuft ein ukrainischer Gegenangriff im Gebiet Cherson. Unabhängig verifizieren ließen sich die Angaben zunächst nicht. Die USA und Großbritannien sprechen auch dort von einem ukrainischen Vormarsch.

Sorge um AKW Saporischschja: UN-Generalsekretär appelliert an Russland und Ukraine

Update vom 6. September, 21.30 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat die Kriegsparteien Russland und Ukraine aufgefordert, sich auf eine kampffreie Zone um das gefährdete Atomkraftwerk Saporischschja zu einigen. „Russische und ukrainische Streitkräfte müssen sich verpflichten, keine militärischen Aktivitäten in Richtung des Werksgeländes oder vom Werksgelände aus durchzuführen“, sagte Guterres an diesem Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Die Anlage in Saporischschja und ihre Umgebung dürften kein Ziel oder Plattform für militärische Operationen sein, es müsse eine Einigung über eine entmilitarisierte Zone geben. Russische Streitkräfte halten das ukrainische AKW besetzt. Kiew und Moskau machen sich gegenseitig für den Beschuss der Anlage verantwortlich. Die UN warnen seit Monaten vor einer atomaren Katastrophe.

Ukraine erzielt bei Gegenoffensive wohl Erfolge: „Großartige Neuigkeiten“ durch Selenskyj angekündigt

Update vom 6. September, 21.05 Uhr: „Heute Nacht wird es großartige Neuigkeiten von Präsident (Wolodymyr) Selenskyj über den Gegenangriff in Raum Charkiw geben.“ Diesen Satz twitterte am Dienstagabend der ukrainische Präsidentenberater Serhiy Leschtschenko bei Social Media.

Er ging dabei jedoch nicht auf Einzelheiten zur Gegenoffensive rund um die Großstadt mit ihren rund 1,4 Millionen Einwohnern ein. Bereits in den vergangenen Monaten hatte die ukrainische Armee die russischen Invasionstruppen im Osten des Landes immer wieder zurückgeschlagen.

Russischer Stadtkommandant getötet: Offizier stirbt offenbar bei Bombenanschlag

Update vom 6. September, 20.15 Uhr: Durch einen Anschlag ist der russische Kommandant der südukrainischen Hafenstadt Berdjansk getötet worden. Das bestätigte ein Sprecher der Besatzungsverwaltung. „Er ist im Krankenhaus leider gestorben. Solche Fälle gibt es bei uns regelmäßig“, sagte Sprecher Wladimir Rogow am Dienstag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Unter dem Auto von Stadtkommandant Artjom Badrin war nach vorherigen Angaben eine Bombe explodiert.

Es wurde auch von Schüssen im Zentrum der Hafenstadt am Asowschen Meer berichtet. Badrin war den Angaben nach ein russischer Oberst. In den vergangenen Wochen sind mehrere Anschläge auch auf ukrainische Amtsträger verübt worden, die mit der Besatzungsmacht kollaborieren.

Das AKW Saporischschja, aufgenommen vom Ufer in Nikopol (Archivbild vom April 2022).

IAEA-Bericht zu Saporischschja: Experten warnen vor Atomunfall in der Ukraine

Update vom 6. September, 17.11 Uhr: Der IAEA-Bericht zu Saporischschja ist da: Die Experten fordern nach ihren ersten Untersuchungen in dem AKW dringende Maßnahmen, um einen Atomunfall zu verhindern. „Die IAEA ist weiterhin schwer besorgt über die Lage“, hieß es in dem Papier. Die Situation sei „unhaltbar“.

Es sei daher dringend notwendig, eine nukleare Sicherheitszone rund um das von russischen Truppen besetzte AKW einzurichten. Alle an dem Konflikt beteiligten Seiten müssten sich darauf einigen, um noch schwerere Schäden durch Kampfhandlungen und den Austritt von Radioaktivität zu verhindern.

Die Lage der ukrainischen Mitarbeiter des AKW sei ebenfalls unhaltbar. Es gebe zu wenig Personal, und die verbliebenen Experten seien so hohem Stress ausgesetzt, dass Bedienungsfehler passieren könnten. Die IAEA äußerte auch Sorge über die Unterbrechungen der Stromversorgung der Anlage sowie über mangelhafte Kommunikationseinrichtungen in der Notfallzentrale des AKW.

Ukraine-News: Inspekteure in Saporischschja - Bericht mit Spannung erwartet

Update vom 6. September, 15.29 Uhr: Die Welt befürchtet einen Zwischenfall am AKW Saporischschja. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) will den Bericht ihrer Inspekteure von vor Ort am Dienstag (6. September) veröffentlichen. Derweil werfen sich Ukraine und Russland weiter gegenseitig vor, dass Kernkraftwerk zu beschießen.

Innerhalb von 24 Stunden hätten ukrainische Streitkräfte das Gelände und die benachbarte Stadt Enerhodar 15 Mal mit Artillerie angegriffen, teilte das russische Verteidigungsministerium auf Telegram mit. Moskau beschuldigte Kiew, „die Gefahr einer von Menschen verursachten Katastrophe heraufzubeschwören“. Die Radioaktivität auf dem Gelände liege innerhalb der Normen, hieß es weiter. Verifizieren ließen sich die Informationen nicht.

Ukraine-News: Russischer Cherson-Verwaltungschef kündigt nächsten Schritt an

Update vom 6. September, 13.45 Uhr: Der pro-russische Verwaltungschef der stark umkämpften Region Cherson, Kirill Stremusow, hat laut dem Portal Nexta erklärt, Cherson werde nun „vollständig“ zur russischen Gesetzgebung „übergehen“. Unabhängig prüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

London: Mangel an Aufklärungsdrohnen schränkt russisches Militär ein

Update vom 6. September, 13.09 Uhr: Der britische Geheimdienst attestiert Russlands Truppen einen Mangel an Aufklärungsdrohnen. Dieser dürfte die „Einsätze“ zunehmend behindern“ vor allem „angesichts von Verlusten auf dem Schlachtfeld“, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

Russland habe in den vergangenen Jahren zunehmend auf Drohnen gesetzt, besonders um Ziele für die Artillerie auszumachen. Diese seien jedoch anfällig für Abschüsse und elektronische Störsignale. In den vergangenen Tagen sei die Zahl der Drohneneinsätze westlich des Dnipro-Flusses - wo die Ukraine eine Gegenoffensive vornimmt - zurückgegangen. Auch mehrere Abschüsse seien gemeldet worden.

Aus für Kadyrow während Ukraine-Krieg? „Bluthund“ muss „erst Putin fragen“

Überblick vom 6. September: Kiew/Moskau - Die Lage am AKW Saporischschja bleibt unsicher. Der Betreiber Enerhoatom trat nun Befürchtungen entgegen, die Kontrolle über die Strahlung im Kernkraftwerk sei verlorengegangen. Es seien nur wegen eines Internetausfalls früher am Tag kurze Zeit keine Messdaten zur Strahlung übermittelt worden.

Saporischschja außer Betrieb: Selenskyj beschuldigt Russland für Schäden am AKW

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj führte den Schaden an dem AKW auf Beschuss durch russische Truppen zurück. „Russland interessiert sich nur dafür, dass die Situation möglichst lange möglichst schlimm bleibt“, sagte er an Montag (5. September) in seiner abendlichen Videoansprache. Für den Einschlag von Artilleriegeschossen am AKW machen sich Russland und die Ukraine gegenseitig verantwortlich. Ihre Angaben lassen sich in aller Regel kaum unabhängig überprüfen.

„Putins Bluthund“ im Ukraine-Krieg: Kadyrow ändert „Urlaubs“-Pläne

Im Ukraine-Krieg zieht unterdessen „Putins Bluthund“, wie er auch genannt wird, die Aufmerksamkeit auf sich. Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hatte erst am Wochenende einen „langen und unbefristeten“ Urlaub angekündigt. Nun teilte er laut der russischen Staatsagentur Tass in sozialen Netzwerken eine 180-Grad-Wende mit.

„Ich kann nur gehen, wenn ich das Volk und den Präsidenten Russlands frage. Wir werden die Gespräche über einen unbefristeten Urlaub auf ein anderes Mal verschieben“, schrieb Kadyrow laut der Übersetzung des tschechischen Nachrichtenportals Novinky.cz. Die Ukraine wirft den tschetschenischen Einheiten eine besondere Brutalität in dem russischen Angriffskrieg vor. Kadyrows Truppen in der Ukraine begründen ihre Teilnahme am Angriffskrieg oft mit der „Verteidigung des Islam“.

Putin über „Bluthund“ Kadyrow: „Er bleibt weiter Machthaber“

Zu Kadyrows „Urlaubs“-Plänen ließ Kremlchef Wladimir Putin laut Tass über seinen Sprecher Dmitri Peskow mitteilen, diese hätten sich bislang „in noch keiner Weise verwirklicht, daher gehe man davon aus, dass er weiter Führer Tschetscheniens bleibt“.

Wladimir Putin: Die politische Karriere des russischen Staatschefs in Bildern

Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird.
Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird. © Mikhail Klimentyev/Imago
Wladimir Putin und Olaf Scholz am Tisch im Kreml.
So pflegt Putin inzwischen seine Gäste zu empfangen – vor allem die aus dem Westen. Am 15. Februar 2022 reiste Kanzler Olaf Scholz nach Moskau. Damals hatte der Ukraine-Krieg noch nicht begonnen. Putin ließ sich von Scholz aber nicht beeindrucken. © Kremlin Pool/Imago
Wladmir Putin mit Flottenchef Kurojedow
Von 1975 bis 1982 war der am 7. Oktober 1952 geborene Putin KGB-Offizier, von 1984 bis 1985 besuchte er die KGB-Hochschule in Moskau. Ab 1985 war er in der DDR tätig, hauptsächlich in Dresden. Danach ging es wieder zurück nach St. Petersburg. Vom 25. Juli 1998 bis August 1999 war Putin Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB. In dieser Eigenschaft traf er sich im November 1998 mit Flottenchef Wladmir Kurojedow (rechts). © Stringer/dpa
Wladimir Putin mit Boris Jelzin im Kreml.
Im Jahr 1999 übernahm Putin zum ersten Mal das Amt des Ministerpräsidenten – mit Option auf die Nachfolge von Präsident Boris Jelzin (links). Als Jelzin am 31. Dezember 1999 sein Amt niederlegte, übernahm Putin kommissarisch auch die Amtsgeschäfte des Präsidenten. Im Mai 2000 wurde Putin dann regulär zum Präsidenten Russlands gewählt. © dpa
Am 7. Mai 2000 legte Putin seinen Amtseid ab.
Am 7. Mai 2000 legte Putin unter den Augen von Boris Jelzin seinen Amtseid ab. Mit einer Ausnahme einer Zeit als Regierungschef von 2008 bis 2012 hat Putin seither das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation inne.  © Imago
Wladimir Putin und Bill Clinton bei der Unterzeichnung eines Vertrages in New York.
Im September 2000 führte Putin der Weg in die USA. Bill Clinton (rechts) war der erste US-Präsident, mit dem er es in den kommenden Jahren zu tun bekam. in seiner Mit dem damals noch amtierenden US-Präsidenten B © Imago
Mit einer Umarmung begrüßen sich Gerhard Schröder und Wladmir Putin im Foyer des Taschenbergpalais in Dresden.
Als Russlands Präsident reiste Putin im September 2001 zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Deutschland. Im Foyer des Taschenbergpalais in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden begrüßte ihn auch der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (links). Die beiden verstanden sich offensichtlich schon damals ausnehmend gut. Die Freundschaft hat auch heute noch Bestand. © Jan-Peter Kasper/dpa
Der schwarze Labrador von Wladimir Putin läuft beim Treffen seines Herrchens mit Angela Merkel durchs Zimmer.
Putin spielt gerne psychologische Spielchen – so auch 2007 mit Kanzlerin Angela Merkel. Bei ihrem Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer ließ Putin während einer gemeinsamen Pressekonferenz eine Labradorhündin ohne Leine herumlaufen. Merkel, einst in ihrer Jugend von einem Hund gebissen worden, fühlte sich sichtlich unwohl.  © Dmitry Astakhov/dpa
George Bush und Wladimir Putin spazieren auf dem Gelände von Putins Sommerresidenz Bocharov Ruchei.
George W. Bush (rechts) war der zweite US-Präsident, mit dem es Putin zu tun bekam. Im April 2008 trafen sich beiden Staatschefs auf dem Gelände von Putins Sommerresidenz Bocharov Ruchei. © Imago
Wladimir Putin neuer russischer Regierungschef.
Am 7. Mai 2008 löste Dmitri Medwedew nach zwei Amtszeiten Putin im Amt des russischen Präsidenten ab. Einen Tag danach wählte die Duma Putin auf Vorschlag des neuen Präsidenten zum neuen Regierungschef. Putin blieb auch in dieser Position der starke Mann. © dpa
Putin und Obama stoßen miteinander an.
Am 7. Mai 2012 wurde Putin erneut zum Präsidenten gewählt. Sein Verhältnis zu US-Präsident Barack Obama war von Distanz geprägt. Das war auch im September 2015 bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen in New York der Fall.  © Amanda Voisard/dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam.
Als Donald Trump die US-Wahl 2016 gegen Hillary Clinton gewann, hatte Russland wohl seine Hände mit im Spiel. Putin hatte sicher seinen Grund. Mit Donald Trump kam er jedenfalls gut zurecht. Im November 2017 begrüßten sie sich Familienfoto im Rahmen des Gipfeltreffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Da Nang (Vietnam) herzlich.  © Mikhail Klimentyev/dpa
Der chinesische Präsident Xi Jinping (r) und der russische Präsident Wladimir Putin (l) geben sich am 04.07.2017 im Kreml in Moskau (Russland) bei einem Gespräch die Hände
Unter Putin sind sich Russland und China zuletzt immer nähergekommen. Ein wichtiger Termin war der 4. Juli 2017, als der chinesische Präsident Xi Jiping im Kreml in Moskau zu Besuch war. Damals wurden mehrere Verträge und Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. © Sergei Ilnitsky/dpa
Wladimir Putin im Kreml.
Putin forcierte in seiner dritten Amtszeit die kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit dem 21. März 2014 betrachtet Russland die Krim als Teil des eigenen Staatsgebiets, seit September 2015 unterstützt die russische Luftwaffe im Militäreinsatz in Syrien den syrischen Präsidenten Assad im dortigen Bürgerkrieg.  © Sergei Ilnitsky/dpa
Wladimir Putin (links) und Joe Biden schütteln sich bei ihrem Treffen in der „Villa la Grange“ die Hand.
Anlässlich der Genfer Gipfelkonferenz traf sich Putin am 16. Juni 2021 mit US-Präsident Joe Biden zu einem Gespräch. Schon damals waren die russischen Truppenaufmärsche an der Grenze zur Ukraine ein Thema. © Denis Balibouse/dpa
Wladimir Putin lacht in Genf.
Genutzt hat das Gipfelgespräch wenig. Am 24. Februar 2022 begann mit dem Einmarsch der russischen Truppen ins Nachbarland der Ukraine-Krieg. Putin wusste es wohl schon in Genf.  © Denis Balibouse/dpa

Auch bei dem Treffen des türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und vergangenen Monat in Sotschi soll Kadyrow dabei gewesen sein. Tschetschenien ist aktuell eine russische Teilrepublik; Moskau führte dort nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bereits zwei Kriege. (frs mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Ed Jones/AFP

Zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare