Tiefensee: DDR-Geschichte muss auf den Stundenplan

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Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Bis auf die Schüler in Bayern kennen sich wenige Jugendliche mit der DDR aus.

Berlin - Die Geschichte der DDR muss nach Auffassung des Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Wolfgang Tiefensee ( SPD ), viel intensiver als bisher im Schulunterricht behandelt werden.

Der Minister appellierte an die Kultusminister der Länder, dies bundesweit stärker in den Lehrplänen der Schulen zu verankern. “Wir müssen gewährleisten, dass jeder Schüler, der seinen Abschluss macht, etwas über die deutsch-deutsche Geschichte weiß“, sagte Tiefensee am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Behandlung der DDR- Geschichte in der Schule ist am Donnerstag auch Thema der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin .

Erinnerung an „Runden Tisch“ 1989

Vor 20 Jahren trafen sich zum ersten Mal DDR-Bürgerrechtler an einem “Runden Tisch“ und forderten unter teils schwierigen Bedingungen politische Grundrechte in der DDR. Zur Erinnerung daran wird Tiefensee am Donnerstag mit 15 ehemaligen Bürgerrechtlern und 150 Schülern diskutieren.

Dazu wird im Innenhof des Deutschen Historischen Museums ein riesiger runder Tisch aufgebaut - mit einem Durchmesser von 19 Metern - größer, als der Anstoßkreis auf einem Fußballfeld.

Nur in Bayern: Schüler kennen DDR-Geschichte

Eine Studie der FU Berlin über das Wissen von 16- bis 17-jährigen Schülern über die DDR hatte zum Teil erschreckende Ergebnisse gebracht. So konnten Trennlinien zwischen Demokratie und Diktatur von den Schülern nicht eindeutig benannt werden. Im Osten beschrieb nicht einmal jeder zweite die DDR ausdrücklich als Diktatur. Im Westen war dies noch jeder Dritte. Außer in Bayern , wo auch Hauptschüler durch vergleichsweise hohes Wissens glänzten, hat der Großteil der Schüler nur geringe Kenntnisse. Eine Mehrheit kannte weder die Praxis der Todesstrafe, noch konnte sie sagen, wer die Mauer errichtet hat.

dpa

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