Live-Ticker zum Konflikt

Ukraine-Krieg: Raketen-Gegenschlag der Ukraine im Osten fordert zahlreiche Opfer

  • schließen
  • Yasina Hipp
    schließen

Kiew bereitet sich im Ukraine-Krieg auf eine Einkesselung durch die russischen Truppen vor. Bei einem Raketenangriff der ukrainischen Armee gab es wohl Todesopfer. News-Ticker.

  • Eskalierter Ukraine-Konflikt*: Separatisten melden einen ukrainischen Angriff mit mehreren Toten in Donezk (siehe Update vom 14. März, 10.48 Uhr und 11.25 Uhr).
  • Russland hat Ukraine nach britischen Angaben vom Seehandel abgeschnitten (siehe Update vom 14. März, 11.45 Uhr).
  • Laut ukrainischen Informationen ist die Atomruine von Tschernobyl wieder ohne Strom (siehe Update vom 14. März, 12.30 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg zum Hintergrund in der Ukraine-Krise* ist beendet, weiter geht es hier.

Update vom 14. März, 13.45 Uhr: Der lettische Abgeordnete Juris Jurass schließt sich als Freiwilliger den ukrainischen Streitkräften im Kampf gegen die russischen Invasoren an. Er legte sein Mandat im Parlament nieder und informierte nach eigenen Angaben die Volksvertretung Saeima in Riga über seinen Rückzug, erklärte der Politiker der Regierungspartei Konservative der lettischen Agentur Leta. Nach Angaben von Parteichef und Justizminister Janis Bordan hatte sich Jurass bereits in der vergangenen Woche auf den Weg in die Ukraine gemacht. Er war zuletzt Vorsitzender des Rechtsausschusses im Parlament des baltischen EU- und Nato-Landes. 

Ukraine-Krieg: Tschernobyl wieder ohne Strom - alle aktuellen News

Update vom 14. März, 12.30 Uhr: Die von russischen Truppen eingenommene Atomruine von Tschernobyl ist nach ukrainischen Angaben wieder ohne Strom. Der ukrainische Energieversorger Ukrenergo teilte am Montag auf Facebook mit, die Stromleitung zwischen der Anlage und der Stadt Slawutysch sei durch russische Truppen beschädigt worden. Erst am Sonntag hatte die ukrainische Regierung mitgeteilt, dass die Stromversorgung wieder hergestellt sei, so dass die Kühlsysteme der Anlage wieder normal funktionieren könnten.

Krieg: Ukraine vom internationalen Seehandel abgeschnitten?

Update vom 14. März, 11.45 Uhr: Russische Kriegsschiffe haben die Ukraine im Krieg nach Erkenntnissen britischer Behörden vom internationalen Seehandel abgeschnitten. „Russische Seestreitkräfte haben aus der Ferne eine Blockade der ukrainischen Schwarzmeerküste herbeigeführt“, hieß es in einer Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums in der Nacht zum Montag. Das schneide das Land effektiv vom internationalen Seehandel ab. Gleichzeitig führten russische Schiffe weiterhin Raketenangriffe gegen Ziele in der gesamten Ukraine durch, hieß es in dem Geheimdienst-Update weiter. In den kommenden Wochen könne es vermehrt auch zur Landung russischer Truppen an der ukrainischen Küste kommen, warnten die Briten.

Mittlerweile laufe außerdem eine vierte Verhandlungsrunde der Unterhändler aus der Ukraine und Russland.

Separatisten melden im Ukraine-Krieg: Tote in Donezk durch Trümmer von ukrainischer Rakete

Update vom 14. März, 11.25 Uhr: Bei einem Raketenangriff der ukrainischen Armee im ostukrainischen Donezk sind nach Angaben der pro-russischen Separatisten mindestens 16 Menschen getötet worden. Mehr als 20 weitere Menschen seien im Stadtzentrum von Donezk verletzt worden, teilten die Separatisten am Montag mit. Die Flugabwehr der Separatisten hatte demnach eine ukrainische Rakete abgeschossen, deren Trümmer dann Menschen in Donezk trafen. Sicherheitskräfte der Separatisten hatten im Messengerdienst Telegram zunächst von mindestens 20 Toten gesprochen (siehe Update vom 14. März, 10.48 Uhr). Das örtliche Gesundheitsministerium meldete kurz darauf 16 Tote und 23 Verletzte. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht.

Die Separatisten veröffentlichten auf Telegram Fotos von Todesopfern, die inmitten von Trümmern auf einer Straße lagen. Auch ein Kleinbus mit zerbrochenen Fensterscheiben war darauf zu sehen .Der Anführer der Separatisten in der selbsternannten „Volksrepublik“ Donezk, Denis Puschilin, sagte im russischen Fernsehen, die abgeschossene Rakete habe Streumunition enthalten. „Wenn sie nicht abgeschossen worden wäre, hätte es noch mehr Opfer gegeben“, sagte Puschilin. Seinen Angaben zufolge wurden Wartende an einer Bushaltestelle und an einem Automaten von den Raketentrümmern getroffen.

Update vom 14. März, 10.48 Uhr: Bei einem Angriff der ukrainischen Armee im ostukrainischen Donezk sind nach Angaben der pro-russischen Separatisten mindestens 20 Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen seien im Stadtzentrum von Donezk verletzt worden, teilten Sicherheitskräfte der Separatisten am Montag während des Ukraine-Kriegs im Messengerdienst Telegram mit. Die Flugabwehr der Separatisten hatte demnach eine ukrainische Rakete abgeschossen, deren „Trümmer“ dann Menschen in Donezk trafen. Unter den Opfern seien Kinder. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

Das Geschoss vom Typ Totschka-U sei zwar über der Separatistenhochburg abgefangen worden, Teile seien aber im Stadtzentrum niedergegangen, meldete die Agentur Tass. Ein Amateurvideo, das in Donezk aufgenommen worden sein soll, zeigte schwere Schäden an Geschäften und Fahrzeugen. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.

Männer trugen am 13. März persönliche Gegenstände auf der Straße in der Stadt Wolnowacha, die unter die Kontrolle der „Volksrepublik Donezk“ geraten ist (Archivbild)

Ukraine-Krieg: Russland spricht über „starken Widerstand“ - Todesopfer bei Haus-Angriff

Update vom 14. März, 9.45 Uhr: Im Ukraine-Krieg treffen die prorussischen Separatisten in der Region Luhansk nach Moskauer Angaben weiter auf starken Widerstand ukrainischer Truppen. Im Nordosten der Großstadt Sjewjerodonezk liefen Kämpfe gegen „Nationalisten“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Montag in seinem Morgenbriefing. Die russische Armee drang nach Darstellung von Konaschenkow indes weitere elf Kilometer in der Ostukraine vor. Die Zahl der seit Kriegsbeginn am 24. Februar zerstörten Militärobjekte liegt demnach inzwischen bei rund 4000 - darunter mehr als 1200 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge.

Bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in Kiew ist nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes derweil mindestens ein Mensch getötet worden. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Rettungsdienst am Montag mit. In dem mehrstöckigen Wohnhaus im Stadtteil Obolon im Norden der Hauptstadt sei am Morgen ein Toter gefunden worden. „Drei Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert und neun Menschen wurden vor Ort behandelt“, hieß es. In einer ersten Erklärung hatte der Rettungsdienst noch von zwei Toten gesprochen (siehe Update vom 14. März, 8.07 Uhr). In einer aktualisierten Erklärung hieß es dann, dass nur ein Mensch getötet worden sei.

Auf diesem vom Pressedienst des ukrainischen Staatlichen Katastrophenschutzes veröffentlichten Foto halten Feuerwehrleute eine Leiter, auf der eine ältere Frau aus einem brennenden Wohngebäude hinabsteigt (13. März). Im Norden der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am Morgen bei einem Angriff auf ein Hochhaus ein Feuer ausgebrochen.

News zum Ukraine-Krieg: Angriff auf bekanntes Flugzeugbauunternehmen

Update vom 14. März, 9.31 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat es am Montag einen Angriff auf ein bekanntes Flugzeugbauunternehmen gegeben. „Die Besatzer haben das Antonow-Werk beschossen“, teilte die Stadtverwaltung im Nachrichtenkanal Telegram mit. Rettungskräfte seien vor Ort. Zunächst war unklar, ob es Verletzte und Tote gab. Das Portal strana.news veröffentlichte Fotos und Videos, die eine riesige Rauchwolke über der Fabrik zeigen sollen. Einzelheiten lagen zunächst nicht vor. Das Unternehmen baut nach eigenen Angaben sowohl Fracht- als auch Passagierflugzeuge. Das Werk liegt im Nordwesten Kiews.

Was in der Nacht zum Montag im Ukraine-Krieg geschah, können Sie hier nachlesen.

Ukraine-Krieg: Feuer nach Angriff auf ein Hochhaus in Kiew

Update vom 14. März, 8.07 Uhr: Im Norden der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am Montagmorgen bei einem Angriff auf ein Hochhaus ein Feuer ausgebrochen. Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, berichtete das ukrainische Fernsehen. Der staatliche Zivilschutz teilte zunächst mit, dass 63 Menschen evakuiert worden seien. Die Suche nach Opfern dauere an. Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie Feuerwehrleute Bewohner mit Hilfe von Drehleitern retteten. Rauch stieg aus mehreren Etagen auf. Das Feuer sei mittlerweile gelöscht. Das Hochhaus soll von einem Artilleriegeschoss getroffen worden sein. Das ließ sich nicht überprüfen. Weitere Angaben lagen zunächst nicht vor. Heftige Gefechte gibt es nördlich und östlich von Kiew.

Ukraine-Russland-Krieg: Krim und Donbass angeblich durch Landkorridor verbunden

Update vom 14. März, 6.20 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs bereiten russische Truppen im Land mehrere Offensiven vor. Dafür versuchten die Einheiten, sich an bisher von ihnen eingenommenen Punkten festzusetzen, Nachschub zu sichern und sich neu zu gruppieren, heißt es in einem in der Nacht zu Montag auf Facebook veröffentlichten Bericht. Sobald dies geschehen sei, erwarte man neue Angriffe etwa auf die Städte Charkiw im Osten, Sumy im Nordosten oder auch den Kiewer Vorort Browari.

Im Gebiet Luhansk im Osten des Landes konzentriere sich Russland vor allem auf den Vormarsch in Richtung Sjewjerodonetsk. Moskau hatte am Sonntag mitgeteilt, dass Kämpfer der prorussischen Separatisten den östlichen und südlichen Teil der Stadt mit 100.000 Einwohnern blockiert hätten. In den Orten Topolske und Schpakiwka in der Region Charkiw habe der Gegner Verluste erlitten und sich zurückgezogen. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine, Kiew: Zwei ältere Menschen überquerten am 13. März eine zerstörte Brücke auf der Flucht aus Irpin, einem Außenbezirk von Kiew.

Russland-Ukraine-Krieg: Mehrere Krankenhäuser zerstört - News aktuell

Update vom 13. März, 22.17 Uhr: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs sind in der Ukraine nach Angaben aus Kiew bereits sieben Krankenhäuser irreparabel zerstört worden. Die Kliniken in den betroffenen Städten müssten nach russischem Beschuss ganz neu aufgebaut werden, sagte Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko der Agentur Ukrinform zufolge am Sonntagabend. Mehr als 100 weitere Gesundheitseinrichtungen seien beschädigt worden. Unter dem medizinischen Personal habe es seit dem Einmarsch der russischen Truppen am 24. Februar sechs Tote und und zwölf Verletzte gegeben, sagte Ljaschko.

Für besonderes Entsetzen hatte vor einigen Tagen ein russischer Angriff auf das Gebäude einer Geburtsklinik in der Hafenstadt Mariupol gesorgt. Moskau behauptete, dass das Haus zuletzt von ukrainischen Kämpfern genutzt worden sei. Von ukrainischer wie auch von UN-Seite jedoch hieß es, dass es sich um eine zu dem Zeitpunkt noch funktionierende Geburtsklinik gehandelt habe.

Russische Raketenangriffe nahe der Grenze zu Polen - Sorgen vor Ausweitung des Krieges - aktuelle News

Update vom 13. März, 20.50 Uhr: Nach einem russischen Raketenangriff nahe der Grenze zu Polen wächst die Sorge, dass sich der Krieg in der Ukraine noch ausweiten könnte. Bei der Attacke auf den Truppenübungsplatz Jaworiw unweit der Stadt Lwiw (Lemberg) wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 35 Tote und 134 Verletzte gezählt. In Lwiw sammeln sich seit Tagen zahllose Flüchtlinge aus den umkämpften Regionen der Ukraine, um nach Polen zu gelangen.

Das russische Verteidigungsministerium gab in einer Tass-Meldung an, es seien auf dem Militärgelände nahe Lwiew „bis zu 180 ausländische Söldner“ getötet sowie eine große Menge aus dem Ausland gelieferter Waffen zerstört worden. „Die Vernichtung der auf das Territorium der Ukraine eingereisten ausländischen Söldner wird fortgesetzt“, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow.

Das US-Verteidigungsministerium bekräftigte nach dem Angriff auf das nur etwa 15 Kilometer von der Grenze zum EU- und Nato-Mitglied Polen entfernte Militärgelände die Beistandsverpflichtung der Nato-Staaten. „Ein bewaffneter Angriff gegen einen wird wie ein bewaffneter Angriff auf alle bewertet“, sagte Sprecher John Kirby dem TV-Sender ABC. Dies sei auch der Grund, warum die US- und Nato-Streitkräfte ihre Präsenz an der östlichen Grenze des Bündnisgebiets verstärkten.

Ukraine-Krieg: Hilfskonvoi erreicht Mariupol erneut nicht

Update vom 13. März, 19.35 Uhr: Wie die osteuropäische Nachrichtenagentur Nexta berichtet, konnte der humanitäre Hilfskonvoi Mariupol erneut nicht erreichen. „Wir haben in Berdyansk wegen der schweren Luftangriffe in Mariupol selbst angehalten, aber morgen früh werden wir versuchen, erneut durchzubrechen“, sagte die ukrainische stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Vereshchuk.

Unterdessen erklärte die von Russland neu eingesetzte Bürgermeisterin der besetzten Stadt Melitopol, Galina Danilchenko, dass nun die russischen Staatssender begonnen haben, ihr Programm in der Stadt auszustrahlen.

News zum Ukraine-Krieg: Russland wirft Ukraine schwere Kriegsverbrechen vor

Update vom 13. März, 18.33 Uhr: Russland und die mit Moskau verbündeten Separatisten haben der ukrainischen Armee schwere Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung vorgeworfen. Einheiten der selbst ernannten „Volksrepublik“ Luhansk entdeckten nach eigenen Angaben bei ihrem Vormarsch ein Massengrab. Sie beschuldigten ukrainische Truppen, Zivilisten als Schutzschilde missbraucht und diejenigen getötet zu haben, die sich widersetzten.

Ukraine-Krieg aktuell: Stromversorgung an ehemaligem AKW Tschernobyl läuft wieder

Update vom 13. März, 18.28 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge ist das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl wieder vollständig an die Stromversorgung angeschlossen. „Heute ist es unseren Atomwissenschaftlern und Elektrikern (...) gelungen, die Stromversorgung des von den russischen Besatzern beschlagnahmten Kernkraftwerks Tschernobyl wiederherzustellen“, teilte der ukrainische Betreiber Enerhoatom am Sonntagabend auf Telegram mit. Damit liefen die Kühlsysteme des Lagers für abgebrannten Kernbrennstoff nun wieder normal und nicht länger nur über eine Notstromversorgung.

Das von russischen Einheiten besetzte Atomkraftwerk Tschernobyl war am vergangenen Mittwoch von der Stromversorgung abgeschnitten worden. Stromleitungen seien durch Beschuss beschädigt worden, teilte die ukrainische Seite damals mit. Russland gab seinerseits ukrainischen „Nationalisten“ die Schuld.

Am Freitagabend hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien dann mitgeteilt, dass es Technikern gelungen sei, einen Teil der Stromleitungen zu reparieren.

Russland rekrutiert offenbar Kämpfer aus Syrien und Serbien

Update vom 13. März, 18.24 Uhr: Wie die Kyiv Independent berichtet, soll Russland laut dem ukrainischen General-Stab Kämpfer unter anderem aus Syrien und Serbien rekrutieren, um die eigenen Truppen aufzustocken.

Dem ukrainischen Verteidigungsministerium zufolge soll sich die Zahl der russischen Opfer seit Tagen aufgrund einer langsameren Offensive nicht verändert haben. Laut der stellvertretenden Verteidigungsministerin Hanna Malyar haben sich die offiziellen Daten, die über 12.000 getötete russische Soldaten zeigen, seit dem 8. März aufgrund der verringerten Konfrontationen nicht geändert. Die russischen Streitkräfte sollen sich wohl für einen Angriff neu gruppieren. Die Angaben können jedoch nicht unabhängig überprüft werden.

Selenskyj sichtbar für die Öffentlichkeit unterwegs - Präsident besucht Krankenhaus

Update vom 13. März, 17.39 Uhr: Erstmals seit Kriegsbeginn hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sichtbar für die Öffentlichkeit seinen Amtssitz verlassen und Verwundete in einem Militärkrankenhaus besucht. Dabei verlieh der Staatschef den Soldaten Orden und ließ Fotos mit sich machen. „Werdet gesund. Ich wünsche euch Kraft. Ihr seid Prachtkerle!“, sagte Selenskyj in dem am Sonntag in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video zu den Patienten.

Bisher hatte Selenskyj nur Fotos und Videos geteilt, die ihn in seinem Büro oder vor dem Amtssitz zeigen. In russischen Medien waren daher immer wieder Spekulationen laut geworden, dass sich der 44-Jährige nicht in der Hauptstadt Kiew befindet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besucht Verwundete in einem Krankenhaus.

Russland hatte vor mehr als zwei Wochen das Nachbarland Ukraine angegriffen. Kiew beziffert die eigenen militärischen Verluste auf rund 1300 Soldaten. UN-Angaben zufolge wurden bereits etwa 600 Zivilisten getötet.

Ukraine-Krieg: Über 2000 Zivilisten in Mariupol seit Beginn des Kriegs ums Leben gekommen

Update vom 13. März, 16.38 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge sind in der belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol bisher weit mehr als 2000 Zivilisten getötet worden. Seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar seien 2187 Menschen ums Leben gekommen, teilte der Stadtrat am Sonntag mit. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe es 22 Luftangriffe auf die umkämpfte Stadt am Asowschen Meer gegeben, bei denen etwa 100 Bomben abgeworfen worden seien.

Von ukrainischer Seite heißt es, dass die Angreifer absichtlich Wohngebäude attackieren würden, sie zerstörten Kinderkrankenhäuser wie auch die Infrastruktur. Russland hingegen beharrt darauf, lediglich militärische Ziele anzugreifen.

Mariupol mit etwa 400.000 Einwohnern ist seit Tagen von russischen Einheiten umzingelt und vom Rest des Landes abgeschnitten. Nach ukrainischen Angaben sind Truppen der moskauhörigen Separatisten in die Vororte eingedrungen. Mariupol gilt als Symbol des ukrainischen Widerstands - seit dem Beginn des Kriegs im ostukrainischen Donbass 2014 wurden mehrere Versuche der Separatisten abgewehrt, die Stadt einzunehmen.

Ukraine-Krieg: Russland soll Phosphorbomben eingesetzt haben

Erstmeldung vom 13. März 2022:

Kiew/Luhansk - Ein Brennpunkt des Ukraine-Konflikts* bleibt weiterhin der Osten des Landes. Städte und Ortschaften sind dort hart umkämpft. Besonders schlimm traf es, örtlichen Behörden zufolge, den Ort Popasna, rund einhundert Kilometer westlich von Luhansk. Popasna sei in der Nacht von der russischen Armee angegriffen worden, schrieb der örtliche Polizeichef Oleksij Bilotschyzky auf Facebook. Dabei sollen auch Phosphorbomben zum Einsatz gekommen sein, es gebe „unbeschreibliches Leid und Brände“.

Phosphorbomben bestehen aus einem Gemisch aus weißem Phosphor und Kautschuk. Sie entzünden sich allein durch den Kontakt mit Sauerstoff, verursachen bis zu tausend Grad heiße Flammen und Rauch. Weißer Phosphor und seine Dämpfe sind für den Menschen hochgiftig. Bereits die direkte Aufnahme von geringen Mengen ist tödlich. (Quelle: chemie.de)

Emine Dzheppar, stellvertretende Ministerin für auswärtige Angelegenheiten in der Ukraine, veröffentlichte auf ihrem Twitter-Kanal ein Foto von den Angriffen auf Popasna. Dazu schreibt sie: „Die Eindringlinge setzten Phosphorbomben ein. Wenn es explodiert, verteilt es eine Substanz mit einer Verbrennungstemperatur von mehr als 800 Grad.“ Den Einsatz verurteilt Dzheppar scharf: „Die Verwendung ist nach internationalem Recht verboten“.

Auch der Leiter der Staatsanwaltschaft der autonomen Republik Krim und der Stadt Sewastopol, Igor Ponochovny, zeigt sich auf Twitter schockiert über den Einsatz der Phosphorbomben vonseiten Russlands. Er twittert: „Russland setzt weiterhin systematisch verbotene Kriegsmethoden und verbotene Waffen ein. Diesmal setzte die russische Armee Phosphorbomben in #Popasna, Region Luhans ein. Diese Waffe ist nach dem UN-Übereinkommen über bestimmte konventionelle Waffen (1980) verboten.“

An dieser Stelle muss betont werden, dass diese Angaben zunächst nicht von unabhängiger Seite überprüft werden können.

Ukraine-Krieg: Hauptstadt Kiew zunehmend im Fokus - auch Angriffe im Westen

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine weitet sich derweil immer weiter im ganzen Land aus. Am Wochenende stand vor allem auch die ukrainische Hauptstadt Kiew im Fokus. Russische Truppen rücken immer näher. In Kiew bereite man sich auf eine mögliche Blockade durch Putins Truppen vor. Stadtverwaltungs-Vizechef Walentyn Mondryjiwskyj teilte online mit, dass Lebensmittelvorräte angelegt worden seien, um die verbleibenden Einwohner der ukrainischen Hauptstadt zwei Wochen lang zu versorgen. In den nächsten Tagen werde eine Einkesselung durch die russischen Angreifer befürchtet.

Auch in der westukrainischen Stadt Lwiw hat es am Wochenende die ersten Angriffe mit Raketen gegeben. Bei einem russischen Angriff auf einen Militärstützpunkt nahe der Stadt sind nach ukrainischen Angaben 35 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Der Ort liegt nur rund 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS

Zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare