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Ukraine-Krieg: „Kriegsverbrechen“ – UN-Sicherheitsrat tagt nach Angriff

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Russland steht nach dem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Ostukraine mit mindestens 16 Todesopfern am Pranger. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Dieser Ticker ist beendet. Sie finden alle weiteren Neuigkeiten und Entwicklungen im Ukraine-Krieg in unserem aktuellen Newsticker.

+++ 06.50 Uhr: Nach dem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Ostukraine ist die Zahl der Toten auf mindestens 18 gestiegen. Das schrieb der Gouverneur des Gebiets Poltawa, Dmytro Lunin, am Dienstagmorgen im Nachrichtendienst Telegram. 

Update vom Dienstag, 28. Juni, 06.20 Uhr: Der Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk soll den UN-Sicherheitsrat beschäftigen. Das mächtigste UN-Gremium will heute um 21.00 Uhr MESZ zu dem Thema beraten, wie Diplomaten in New York mitteilten. Auch der G7-Gipfel hat den Raketenangriff scharf verurteilt und Russland mit Konsequenzen gedroht. „Willkürliche Angriffe auf unschuldige Zivilistinnen und Zivilisten sind Kriegsverbrechen. Der russische Präsident Putin und die Verantwortlichen werden dafür Rechenschaft ablegen müssen“, hieß es in einer Erklärung der Gipfelteilnehmer am Montagabend.

Die Zahl der bestätigten Toten stieg laut dem staatlichen Rettungsdienst vom Montagabend auf 16 an. Rund 60 Menschen seien verletzt worden, davon die Hälfte schwer, teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit.

Feuerwehrleute des staatlichen ukrainischen Katastrophenschutzes arbeiten an dem Brand im Einkaufszentrum.

+++ 19.44 Uhr: Der Leiter der Militärverwaltung der Region Poltawa, Dmytro Lunin, korrigierte die Zahl der Todesopfer des Luftangriffs auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk vom Montag auf 10 Tote und 40 Verletzte. Zuvor hatte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko, mitgeteilt, dass bei dem Luftangriff zwei Menschen ums Leben gekommen und 20 weitere verletzt worden seien. Neun von ihnen befinden sich demnach in einem schwerverletzten Zustand.

Ersten Berichten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge könnten sich mindestens 1000 Menschen in dem Gebäude befunden haben, als es getroffen wurde.

Ukraine-Krieg: Russland attackiert Charkiw erneut - 3 Tote und 15 Verletzte

+++ 19.02 Uhr: Mindestens drei Menschen wurden bei erneutem Beschuss der Stadt Charkiw getötet. 15 weitere Menschen wurden verletzt, wie CNN berichtete. Nach Angaben ukrainischer Behörden waren die Menschen getötet, als die russischen Streitkräfte erneut das Gebiet am Stadtrand beschossen.

Russische Artillerie schlug in Nordsaltiwka ein, einem Wohngebiet am nordöstlichen Rand der Stadt, das teilte das Büro des Bürgermeisters und die Regionalverwaltung mit. Die Zahl der Todesopfer und Verletzten werde voraussichtlich noch stiegen. Angaben durch Konfliktparteien können nicht unabhängig überprüft werden.

Ukraine-Krieg: Ukrainisches Einkaufzentrum von russischer Rakete getroffen – mindestenz zwei Tote

+++ 18.10 Uhr: In der zentral-ukrainischen Stadt Krementschuk ist ein Einkaufszentrum nach ukrainischen Angaben von einer russischen Rakete getroffen worden. Mehr als tausend Menschen hätten sich zum Zeitpunkt in dem Gebäude befunden, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag im Online-Dienst Telegram. Es könnte viele Tote und Verletzte geben.

„Im Moment wissen wir von 20 Verletzten, neuen von ihnen sind in einem ernsten Zustand. Es wurde bereits bestätigt, dass zwei Menschen gestorben sind. Die Rettungsaktion geht weiter“, schrieb der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko. Dabei handele es sich um erste Schätzungen, wobei die Zahl der Opfer voraussichtlich noch steigen wird.

„Das Einkaufszentrum steht in Flammen und die Rettungskräfte bekämpfen den Brand“, erklärte Selenskyj. Er veröffentlichte ein Video, das einen brennenden Gebäudekomplex sowie Rettungsdienste und Feuerwehrwagen zeigte. „Der Raketenbeschuss von Krementschuk traf einen belebten Ort, der nichts mit den Kämpfen zu tun hat“, schrieb der Bürgermeister der Stadt, Vitali Maletsky, auf Facebook.

Ukraine-Krieg: Russland setzt Einkaufszentrum in Flammen - Tote und Verletzte

+++ 16.55 Uhr: Russland hat ein ukrainisches Einkaufszentrum in Krementschuk angegriffen, während sich tausende Menschen im Gebäude befanden, sagte Präsident Selenskyj. Laut der Nachrichtenagentur AFP gab es Tote und Verletzte. Die Feuerwehr versuche aktuell, das Feuer in den Griff zu bekommen.

Ukraine-Krieg: Soldaten flüchten

+++ 15.13 Uhr: Das ukrainische Militärkommando versucht laut CNN, „die chaotische Flucht ukrainischer Soldaten in der Nähe von Lyssytschansk zu stoppen“, heißt es vonseiten des russischen Verteidigungsministeriums. Zuletzt war die russische Armee auf dem Vormarsch, um die Stadt einzunehmen. Das russische Verteidigungsministerium erklärt, dass der Kommandeur der ukrainischen Truppen die Kontrolle über einen Großteil seiner Truppen verloren habe. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 13.37 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf ein Ende des Kriegs mit Russland noch in diesem Jahr. Beim G7-Gipfel verwies er Teilnehmerkreisen zufolge auf die Härte des Winters, die Gefechte erschwere. Zum Jahresende hin würden etwa Positionen gefrieren. Selenskyj war am Montag zu einer Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs der G7-Länder auf Schloss Elmau in Bayern zugeschaltet worden. Der Präsident bedankte sich dabei auch für die Entscheidung, der Ukraine den Kandidatenstatus für den EU-Beitritt zu erteilen, wie es aus Teilnehmerkreisen hieß.

+++ 11.16 Uhr: Die Zivilbevölkerung Lyssytschansk wurde aufgefordert, die Stadt sofort zu verlassen, berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Die russischen Streitkräfte würden östlich der Stadt an Boden gewinnen. „Aufgrund der realen Bedrohung für Leben und Gesundheit rufen wir zu einer sofortigen Evakuierung auf. Die Lage in der Stadt ist sehr schwierig“, erklärte Serhiy Hayday, der Leiter der regionalen Militärverwaltung von Luhansk, auf Telegram. Er versprach den Zivilisten, dass sie in anderen ukrainischen Städten versorgt werden würden.

Ukraine-Krieg: Kämpfe um Lyssytschansk – Politikerin entgeht Anschlag

+++ 09.28 Uhr: Erneut ist eine prorussische Politikerin während des Ukraine-Kriegs das Ziel eines Anschlagsversuchs geworden, berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete, dass das Auto von Irina Makhnewa in der Stadt Kachowka im Oblast Cherson in die Luft gesprengt worden sei. Laut Tass ist Makhnewa „in der neuen Regierung für Bildung und Kultur zuständig.“ Sie sei bei dem Anschlagsversuch nicht verletzt worden. „Der Sprengsatz explodierte früher als geplant, was ihr das Leben rettete“, zitierte Tass die regionale Polizeibehörde in Cherson.

+++ 08.30 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben westlich von Lyssytschansk russische Angriffe zurückgeschlagen und damit eine Einkesselung der strategisch wichtigen Großstadt im Osten der Ukraine verhindert. „Nahe Werchnjokamjanka haben die Verteidigungskräfte dem Feind erhebliche Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Werchnjokamjanka liegt nur wenige Kilometer westlich von Lyssytschansk an der letzten wichtigen Versorgungsstraße für die Stadt.

Lyssytschansk ist schwer umkämpft (Bild vom 16. Juni).

News zum Ukraine-Krieg: Schwarzmeerregion Odessa meldet Raketenangriffe

Update vom Montag, 27. Juni, 06.10 Uhr:  Bei einem Raketeneinschlag im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine sind sechs Menschen zu Schaden gekommen. Die Rakete sei von einem russischen strategischen Bomber des Typs Tu-22 abgefeuert worden, teilte das ukrainische Wehrkommando Süd mit. Unter den Opfern ist den Behördenangaben nach auch ein Kind. Aus den Angaben geht nicht hervor, ob die betroffenen Personen verletzt oder getötet wurden. „Wegen des Einschlags im Wohnviertel einer zivilen Siedlung sind mehrere Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern zerstört und in Brand gesetzt worden“, heißt es. Die Feuerwehr ist noch bei der Brandbekämpfung.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Bereits am ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die Gräuel des Krieges deutlich. Bomben gehen auf die Stadt Tschuhujiw nieder. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht schwer verletzt und notdürftig behandelt vor dem Krankenhaus der Stadt. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp

+++ 21.54 Uhr: Im Schwarzen Meer ist wohl eine Gasförderplattform angegriffen worden, wie Krim-Vertreter mitteilten. Angeblich sei die Ukraine für den Angriff verantwortlich. Das lässt sich aktuell jedoch nicht überprüfen. Es habe keine Verletzten gegeben. Unklar sei laut Deutscher Presse-Agentur, ob ein Feuer ausbrach.

+++ 20.42 Uhr: Dutzende russischer Raketen haben Ziele in der gesamten Ukraine getroffen, wobei die Hauptstadt Kiew dem schwersten Beschuss seit Monaten ausgesetzt war. Ein Kiewer Wohnblock wurde zerstört, wobei mindestens ein Mensch getötet und sechs weitere verletzt wurden, darunter ein siebenjähriges Mädchen, das berichtet BBC News.

Nach ukrainischen Angaben wurden am Sonntag (26. Juni) 14 Raketen auf die Region Kiew abgefeuert, aber die Angriffe gingen weit über die Stadt hinaus. Weitere Gebiete waren die zentrale Stadt Tscherkassy, wo ein Mensch starb, und die nordöstliche Region Charkiw.

News zum Ukraine-Krieg: Kämpfe um Lyssytschansk gehen weiter

+++ 19.35 Uhr: Nach der Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine durch russische Truppen gehen die Kämpfe um die Stadt Lyssytschansk weiter. Der Feind versuche verstärkt mit Unterstützung der Artillerie, die strategisch wichtige Stadt aus südlicher Richtung zu blockieren, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntagabend mit. Dabei seien auch zivile und militärische Infrastruktur getroffen worden, hieß es von der Deutschen Presse Agentur.

+++ 19.14 Uhr: Prorussische Separatisten haben nach eigenen Angaben 250 weitere Menschen aus den Luftschutzkellern der Chemiefabrik Azot in Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine gerettet. Unklar ist noch, wohin die Menschen, darunter auch Kinder, gebracht wurden.

+++ 16.37 Uhr: Bei Russlands Raketenangriff auf Kiew ist eine Person ums Leben gekommen. Weitere wurden verletzt. Darüber hatte der Kyiv Independent berichtet. Am Sonntagmorgen hatten sich Explosionen ereignet.

News zum Ukraine-Krieg: Vergeltungsangriffe auf Kiev

+++ 15.20 Uhr: Nach Russlands Raketenangriffen auf Kiew, sprechen einige Beobachter von „Vergeltung“. Darüber hatte Der Spiegel berichtet. Die Attacken seien als Reaktion auf die Waffenlieferungen des Westens erfolgt. US-Präsident Joe Biden hat die Zerstörungen beim G7-Gipfel als „Barbarei“ verurteilt

+++ 13.30 Uhr: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat die russischen Bombardierungen der ukrainischen Hauptstadt am Sonntagmorgen als „grausamen Angriff“ bezeichnet. Getroffen wurde nach ukrainischen Angabe ein Wohnkomplex, mindestens fünf Menschen wurden verletzt. Ein neunstöckiges Hochhaus stürzte ein. Mehrere Menschen mussten aus den Trümmern gerettet werden.

+++ 12.45 Uhr: Der Chef des ukrainischen Geheimdienstes geht von einer derzeit stattfindenden Mobilisierung in Russland aus. Diese sei allerdings verdeckt, wie Kyrylo Budanov der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Die russische Armee benötige dringend personellen Nachschub im Osten der Ukraine. Der ukrainische Generalstab berichtet regelmäßig von schweren Verlusten Russlands. Budanov betonte allerdings im Interview, dass es keinen Sinn habe, zu warten, bis Russland die Ressourcen erschöpft habe. Stattdessen müsse man selbst aktiv werden. Die Angaben des Geheimdienstchefs lassen sich nicht unabhängig prüfen. Allerdings gab es bereits vor mehreren Wochen Anzeichen für eine verdeckte Mobilisierung.

News zum Ukraine-Krieg: Explosionen auch in Tscherkassy

+++ 11.45 Uhr: Nicht nur in Kiew, sondern auch in der zentralukrainischen Stadt Tscherkassy wurden am Sonntag Explosionen gemeldet. Das teilte der zuständige Gouverneur, Olexander Skitschko, auf Telegram mit. Tscherkassy gilt als mittelgroße Stadt, rund 300.000 Menschen leben dort. Seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar blieb die Region von Raketenangriffen verschohnt. Da sich dies nun änderte, könnte es einen Strategiewechsel des Kreml darstellen. Die Angaben des Gouverneurs sind nicht unabhängig prüfbar.

News zum Ukraine-Krieg: Schoigu reist überraschend in die Ukraine

+++ 11.00 Uhr: Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu ist offenbar überraschend in die Ukraine gereist. Das teilte sein Ministerium in Moskau mit. Ein genauer Aufenthaltsort wurde allerdings nicht genannt. Ob Schoigu tatsächlich vor Ort ist, kann nicht unabhängig verifiziert werden. Allerdings veröffentlichte das Verteidigungsministerium ein Video, in dem zu sehen ist, wie Schoigu in dunkelgrüner Militärkleidung aus einem Flugzeug steigt und sich mit Militärs bespricht. Der Minister habe die Lage inspiziert und sich „Berichte der Kommandeure die über die aktuelle Situation und die Handlungen der russischen Streitkräfte in den Haupteinsatzgebieten angehört“, heißt es in einer Mitteilung aus Moskau.

News zum Ukraine-Krieg: Rettungseinsätze in Kiew

+++ 10.00 Uhr: In Kiew laufen die Rettungsaktionen nach den Raketenangriffen der russischen Armee auf das Stadtzentrum. Mehrere Menschen wurden laut Angaben von Bürgermeister Klitschko unter den Trümmern eines Hochhauses verschüttet. Das Exil-Medium Nexta hat nun Videoaufnahmen, welche eine der Rettungsaktionen zeigen sollen, veröffentlicht.

Darin sind Rettungskräfte zu sehen, die wohl eine Frau aus den Trümmern retten. Laut Bericht wurde zuvor die Tochter der Frau verletzt abtransportiert. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

+++ 09.15 Uhr: Das russische Militär hat am Samstag die vollständige Einnahme der Stadt Sjewjerodonezk im Donbass vermeldet. Großbritannien wertet dies als „signifikanten Erfolg“. Insbesondere die Lage der Stadt ist aus strategischer Perspektive wertvoll. Sjewjerodonezk als wichtiges Industriezentrum liegt am Fluss Siwerskyj Donez, wie das Verteidigungsministerium im Lagebericht schreibt. „Sie ist jedoch nur eines von mehreren anspruchsvollen Zielen, die Russland erreichen muss, um die gesamte Donbass-Region zu besetzen“, so das Ministerium. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

+++ 08.30 Uhr: Laut Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, haben russischen Raketenangriffe am Sonntagmorgen ein neunstöckiges Wohnhaus mitten in der Stadt getroffen. Der Rettungsdienst sei bereits im Einsatz, mehrere Menschen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Klitschko betonte allerdings, dass wohl zahlreiche Menschen unter den Trümmern eingeschlossen seien. Seine Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

+++ 07.30 Uhr: Neue Details zu den Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew dringen an die Öffentlichkeit. Bürgermeister Vitali Klitschko geht laut einem Bericht des Mediums Nexta von insgesamt vier Raketeneinschläge aus. Der Abgeordnete Alexej Gontscharenko erklärte hingegen, die Russen hätten 14 Raketen auf Kiew und die Region abgefeuert. Der Gouverneur der Region Kiew, Oleksiy Kuleba, berichtete zudem, dass das Luftabwehrsystem der Region Kiew am frühen Sonntagmorgen eine russische Rakete abgeschossen habe. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 06.45 Uhr: Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, dass die Evakuierung aus einem Chemiewerk in Sjewjerodonezk wegen ukrainischem Beschuss ausgesetzt wurde. Die Agentur beruft sich dabei auf die örtliche Polizei in der wenige Stunden zuvor von russischen Truppen eroberten Stadt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Das ukrainische Militär hatte am Samstag erklärt, dass die russische Luftwaffe die Stadt angreife – trotz der verschanzten Menschen im Asot-Chemiewerk. Laut Angaben eines hochrangigen Beraters des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj befinden sich auch nach dem Rückzug ukrainischer Truppen aus Sjewjerodonezk noch Spezialeinheiten in der Stadt, die das Artilleriefeuer auf die russischen Truppen dirigieren.

News zum Ukraine-Krieg: Explosionen in Kiew

+++ 06.00 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Sonntagmorgen von mehreren Explosionen erschüttert worden. Nach Berichten der Nachrichtenagentur AFP wurde ein Wohnkomplex im Zentrum der Stadt getroffen, Feuer brach aus. Informationen zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor. Laut Angaben des Nachrichtenportals Kyiv Independent wurde in Kiew gegen 05.47 Uhr der Luftalarm ausgelöst.

Die ukrainische Hauptstadt war in den vergangenen Wochen nur selten Ziel russischer Angriffe, das russische Militär konzentriert seine Angriffe derzeit vor allem auf den Osten des Landes. Zuletzt war Kiew Anfang Juni beschossen worden. Während die ukrainische Seite von beschädigter Bahn-Infrastruktur sprach, meldete Moskau die gezielte Zerstörung von frisch aus dem Ausland gelieferten Panzern.

Ukraine-Krieg: Litauen äußert sich zu Kaliningrad-Blockade - Russland dominiert Sjewjerodonezk

Update vom Sonntag, 26. Juni, 00.00 Uhr: Im Streit um den Transit in die Exklave Kaliningrad zwischen Russland und Litauen hat sich der litauische Staatspräsident zu Wort gemeldet. Er betonte in einem Statement, dass Litauen keine Zugeständnisse beim Transit russischer Waren durch das benachbarte Kaliningrad machen werde. „Litauen muss und wird die Kontrolle über die durch sein Gebiet transportierten Waren behalten“, betonte Gitanas Nausėda am Samstagabend. Zuvor hatte es erneut Drohungen aus Russland gegeben. (tu/sne/mse mit dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Efrem Lukatsky/AP/dpa

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