Ukraine-Konflikt

Russland droht Großbritannien mit Atomraketen

Russland droht Großbritannien erneut mit dem Einsatz der Hyperschall-Atomrakete Satan-2.

Moskau – Es ist nicht das erste Mal, dass Russland Großbritannien mit einem Atomangriff droht. Auch diesmal ging es laut Angaben des britischen Nachrichtenportals The Independent dabei um die Atomrakete RS-28-Sarmat, besser bekannt als Satan-2. Russland ist demnach in der Lage, Großbritannien innerhalb von „200 Sekunden“ zu treffen. Das sagte der stellvertretende Vorsitzende des russischen Verteidigungsausschusses, Aleksey Zhuravlyov, im russischen Staatsfernsehen bei Russia 1. Doch nicht nur das: Er zweifelt an der Existenz Finnlands.

Angesichts des Ukraine-Konflikts stand zum Zeitpunkt des Interviews Finnland kurz davor, der Nato beizutreten – der Antrag dafür wurde nun gestellt (Stand: 15. Mai). „Wenn Finnland diesem Block beitreten will, dann ist unser Ziel absolut legitim – die Existenz dieses Staates infrage zu stellen. Das ist logisch“, so Zhuravlyov. Auch den USA drohte er: „Wenn die Vereinigten Staaten unseren Staat bedrohen, ist das gut: Hier ist die Sarmat für euch, und es wird nukleare Asche von euch geben, wenn ihr denkt, dass der russische Staat nicht existieren sollte. Und Finnland sagt, es sei der gleichen Meinung wie die USA. Nun, stellt euch hinten an.“

Russland droht mit Atomrakete: Zhuravlyov kündigt Vergeltung an

Auf die Frage, ob Russland jetzt Atomwaffen an der Grenze zu Finnland stationieren würde, sagte Zhuravlyov: „Wozu? Das brauchen wir nicht“, berichtet The Independent. Im April hat Russland seine neue Interkontinental-Rakete, die Europa und die USA anvisieren könnte, getestet und angekündigt, dass sie bis zum Herbst stationiert werden könnte. Die Hyperschall-Atomrakete Satan-2 ist in der Lage, zehn oder mehr Atomsprengköpfe und Köder zu transportieren und Ziele zu treffen, die tausende Kilometer entfernt sind.

Im Ukraine-Krieg droht Wladimir Putin mit dem im Herbst geplanten Raketenstart der interkontinentalrakete Sarmat.

„Wir können mit einem Sarmat aus Sibirien zuschlagen und sogar Großbritannien erreichen. Und wenn wir von Kaliningrad aus zuschlagen – die Reichweite des Hyperschalls beträgt 200 Sekunden – also macht weiter, Leute“, sagte der stellvertretende Vorsitzende weiter. Laut Angaben des britischen Nachrichtenportals fügte er hinzu, dass Russland statt strategischen Waffen solche der Kinzhal-Klasse an der finnischen Grenze haben wird. Diese können Finnland in 20 oder in zehn Sekunden erreichen. Finnlands Plan, der Nato beitreten zu wollen, sorgt in Russland für Unruhe. Zhuravlyov kündigte deshalb an, militärische und andere „Vergeltungsmaßnahmen“ einzuleiten. Z

Russland könne innerhalb weniger Sekunden Großbritannien mit Atomraketen angreifen, warnt Aleksey Zhuravlyov, stellvertretender Vorsitzender des russischen Verteidigungsausschusses. (Archivbild)

Der stellvertretende Außenminister Alexander Gruschko betonte laut der Nachrichtenagentur RIA, dass Russland keine feindseligen Absichten gegenüber Finnland oder Schweden hat, er sehe keine Gründe, wieso sie der Nato beitreten sollten. Sollte die Nato Atomstreitkräfte und entsprechende Infrastruktur näher an die russische Grenze bringen, würden angemessene Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Derweil hat Putin allerdings einige seiner Militäranführer suspendiert und verhaftet.

Zhuravlyov hat laut Angaben von The Independet außerdem behauptet, dass St. Petersburg, Wladimir Putins Geburtsort, das erste Ziel eines Angriffs der Nato gegen Russland sein könnte. Zhuravlyov ist der Meinung, dass die USA „alles Mögliche tun werde, um den Dritten Weltkrieg herbeizuführen“. Die USA würden dann den Krieg als Ursache für ihre Probleme hinstellen, wie sie es schon im Ersten und im Zweiten Weltkrieg getan hätten. (ter)

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Rubriklistenbild: © Russian Defense Ministry Press/dpa

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