Trotz ausdrücklichem Verbot

Selenskyj-Villa in Italien angeblich an Russen vermietet – Makler dementiert Vorwurf

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Selenskyjs Villa in Norditalien beherbergt ausgerechnet russische Gäste, wie Il Tirreno berichet.
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Die italienische Ferienvilla des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde angeblich an Russen vermietet. Ausgerechnet das hatte der Politiker in seinem Haus aber ausdrücklich verboten.

Forte dei Marmi – Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine seit Februar 2022 ist der traurige Höhepunkt gescheiterter Diplomatie. Seit über einem halben Jahr dauert der Konflikt in Osteuropa nun an. Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern ist bis zum Äußersten gereizt. Kein Wunder also, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Ferienvilla im norditalienischen Forte dei Marmi nicht an russische Gäste vermieten möchte.

Selenskyj-Villa an Russen vermietet – Unerwünschte Gäste in norditalienischem Forte dei Marmi

Wie Blick.ch unter Berufung auf die lokale Presse Il Tirreno berichtet, seien nun Russen aus Großbritannien in die Selenskyj-Villa eingezogen. Ausgerechnet die hatte der Präsident aber ausdrücklich verboten.

Auch Fotos aus dem Garten soll eine Russin im Internet veröffentlicht haben. Wie die italienische Zeitung berichtet, sollen mehrere Russen aus London im August nun die Mieter des Hauses sein. 50.000 Euro sollen die Russen für den Sommer auf dem luxuriösen Anwesen mit Pool und 15 Zimmern gezahlt haben.

Immobilienagentur verwaltet Selenskyj-Anwesen: Russen ausdrücklich verboten

In mehreren europäischen Ländern wird derzeit über ein mögliches Einreiseverbot für russische Touristen diskutiert. Bundeskanzler Scholz steht der Überlegung bislang skeptisch gegenüber. Selenskyj hatte das Verbot zuletzt wiederholt gefordert, um Russland von innen heraus zu schwächen.

Auch für seine Villa in Italien hatte er eine Vermietung an russische Gäste ausdrücklich verboten. Genau die sollen nun aber eingezogen sein. Berichten zufolge soll das Feriendomizil von einer örtlichen Immobilienagentur verwaltet werden. Diese sei zunächst mit koreanischen Touristen im Gespräch gewesen. Nachdem der Deal gescheitert war, fanden sich schließlich Russen, die das Anwesen mieten wollten.

„Ich versichere, dass es keine Russen sein können“ – Makler dementiert Vorwürfe

Nachbarn des Grundstücks sollen gehört haben, dass nebenan Russisch gesprochen wurde. Die beauftragte Immobilienagentur stritt die Vorwürfe jedoch vehement ab, sie hätten sich an die Vorgaben des Präsidenten gehalten.

Gegenüber der Zeitung stellt der verantwortliche Makler Claudio Salvini klar: „Was geschrieben wurde, ist eine Vermutung. Die Villa wurde für den Sommer an ein Paar vermietet. Ich werde nicht sagen, ob sie in London wohnen oder nicht, aber ich versichere, dass es keine Russen sein können, weil es uns absolut verboten ist, an Russen und Ukrainer zu vermieten.“

Es sei aber möglich, dass die Mieter russischsprachige Gäste gehabt hätten, so Salvini. Es sei außerdem nicht auszuschließen, dass jemand die Villa des Präsidenten gemietet und an Russen weitergegeben habe. Wie die Investigativplattform Slidstvo berichtet, sollen die Selenskyjs das Anwesen im Jahr 2017 für 3,8 Millionen Euro erworben haben.

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