Pilot-Projekt

Automatische Alterserkennung bei Aldi – so soll der Alkohol-Kauf einfacher werden

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Wer an der Aldi-Kasse steht und Alkohol kauft, muss manchmal den Personalausweis vorzeigen. Der Discounter startet nun ein Pilotprojekt, damit dieser Schritt wegfällt:

Durch Selbstbedienungskassen kann der Einkauf beschleunigt werden. Lästiges in der Schlange stehen soll mit ihnen der Vergangenheit angehören. Doch Kunden sind nach wie vor auf die Angestellten des Supermarktes angewiesen. Besonders, wenn es darum geht, Produkte mit einer Altersbeschränkung, also alkoholische Getränke zu kaufen. Und das kostet Zeit! HEIDELBERG24 berichtet über die Lösung.

DiscounterAldi
SitzEssen
Gründung 1961

Alkohol ohne Ausweiskontrolle? Aldi testet neues Bezahl-System

Mitarbeiter müssen auch an Selbstbedienungskassen den Kauf von Alkohol und Zigaretten durch Ausweiskontrollen freigeben. Aldi will das Warten darauf möglichst meiden und probiert ein neues System aus. Das Pilot-Projekt startet in Großbritannien und beinhaltet eine Kooperation mit der Firma Yoti. Dieses Start-up-Unternehmen wurde 2014 durch die Entwicklung einer Gesichtserkennungsapp bekannt. 

Doch wie funktioniert die Alterserkennung an der Kasse? Eine Kamera mit künstlicher Intelligenz erkennt das Alter der Einkäufer, sofern sie hineinsehen. Die durchschnittliche Abweichung der Einschätzung beträgt 2,79 Jahre. Das hört sich zunächst nicht danach an, als wäre dabei an den Jugendschutz gedacht. Doch Yoti garantiert eine Sicherheit, die insbesondere für Minderjährige bestehen soll. 

Keine Ausweiskontrolle beim Alkoholkauf? Aldi startet neues System beim Bezahlen

Wird das Gesicht nun auf mehr als 25 Jahre geschätzt, erfolgt eine automatische Freischaltung der Produkte. Wird es jedoch auf unter 25 geschätzt, so muss noch eine manuelle Identitätskontrolle vollzogen werden. Hierzu kommt ein Mitarbeiter von Aldi und überprüft die Volljährigkeit. Großbritanniens Innenministerium hat keine Bedenken bezüglich der künstlichen Intelligenz beim Einkauf. Auch interessant: Aldi, Lidl und Edeka – Lebensmittel, die bei Hitze nie gekauft werden sollten.

Begrüßt werde hingegen technische Innovation im Servicebereich. Wie die Offenbach-Post berichtet, müsse sich der Einkäufer bezüglich Gesichtserkennung keine Sorgen machen. Durch die Kamera sei seine Identität nicht feststellbar. In Deutschland wäre dieses Projekt ebenfalls möglich. Schließlich sprechen die Datenschutzbestimmungen nicht dagegen. Allerdings soll das bei uns noch Zukunftsmusik sein. 

Hightech-Shoppen bei Aldi – bei diesem Discounter gibt es gar keine Kassen

Auch Morrisons, Tesco und weitere haben sich an dieses Pilotprojekt getraut. Doch Aldi ging zu Beginn des Jahres sogar noch weiter. Nach Beispiel von Tesco, wurde in London ein komplett kassenloses Geschäftsmodell eröffnet und Aldi Shop&Go genannt. Hier verfolgt ein vollautomatisiertes Kassensystem den Einkauf des Verbrauchers; und das kontaktlos. Laut Aldi das größte kassenlose Geschäft Europas.

Der Markt kann nach dem Download einer App betreten werden und erkennt mit technischer Hilfe die entnommene Ware. Die Einkäufe werden in der App gespeichert. Durch das Hinterlegen von persönlichen Daten wird der Betrag vom Konto abgebucht. Schließlich sind diese zusammen mit Zahlungsdaten an die obligatorische App gebunden. Die Einkäufer können den Laden ohne einen Kassenvorgang verlassen.

Kassenlos in Deutschland einkaufen – Rewe startet ersten „Hybrid“-Supermarkt

Auch in Deutschland ist diese Art von Einkauf bereits im Umlauf. Am Kölner Neumarkt eröffnete Rewe einen hybriden Supermarkt mit Pick&Go-Technologie. Hybrid bedeutet: Hier können die Kunden entscheiden, ob sie den Supermarkt mit oder ohne Stopp an der Kasse verlassen. Rewe erklärt sich selbst zum ersten hybriden Markt in Europa, der die Testphase bereits hinter sich ließ. Auch Rewelutionär: Supermarkt macht Schluss mit Papier-Prospekten.

Annika Voes verrät, dass bei diesem Projekt viele Fragen aufkamen. Was passiert zum Beispiel, wenn ein Artikel aus dem Regal genommen und wieder zurückstellt wird? Oder wenn dieser gar an einer anderen Stelle im Markt gelassen wird? Erkennt das System auch, wenn eine Familie einkauft, von der nur eine Person die nötige App hat? Es sei an alles gedacht worden. Am besten selbst vor Ort probieren. (mad)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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