Verbraucherrechte

Weihnachts-Einkauf bei Aldi: Diese Regeln müssen Kunden kennen

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Neben der obligatorischen Maskenpflicht in Corona-Zeiten gilt es für Supermarkt-Kunden, diverse Dinge zu beachten – dabei halten sich viele Mythen rund um den Einkauf hartnäckig.

Maske auf beim Wocheneinkauf. Eine „Weisheit“, die Kunden nach über eineinhalb Jahren der Pandemie inzwischen längst in Fleisch und Blut übergegangen ist. Und sind wir ehrlich, man hat sich mit der Zeit daran gewöhnt. Jeder kennt die Regel, jeder kennt die aktuelle Corona-Verordnung* des Landes Baden-Württemberg. Und (fast) alle halten sich auch daran, die Maskenpflicht in Supermarkt und Discounter gehört zu den Dingen, über die nun wirklich jeder Bescheid weiß.

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Einwohnerzahl11.103.043 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche35.751,46 km²
ministerpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)

Andere Fragen, mit denen man sich beim vorweihnachtlichen Einkauf konfrontiert sieht, taugen dagegen schon seit Jahren als Auslöser lebhafter Diskussionen. Das hat nicht immer, aber durchaus auch mit Corona zu tun. Und gerade in der Vorweihnachtszeit gilt es, einige Dinge klarzustellen: Dürfen Kunden Weihnachtsware, die ihnen nicht gefällt, auch bei Aldi* und Co. zurückgeben? Wie lange müssen Waren aus den längst überall kursierenden Advents-Prospekten vorrätig sein? Und was sind eigentlich „haushaltsübliche Mengen“?

Aldi: Einkaufen fürs Corona-Weihnachten – Was ist eigentlich ein „Hamsterkauf“?

Wir erinnern uns an die leeren Supermarktregale des vergangenen Jahres: Mehl, Hefe und vor allem Toilettenpapier – Fehlanzeige. Wir erinnern uns an Menschen, die morgens die Märkte im Wortsinne stürmten, um an die begehrte Ware zu kommen. Und wir erinnern uns an die überall angebrachten Hinweisschilder: Verkauf nur in „haushaltsüblichen Mengen“. Was genau solche haushaltstypischen Mengen aber sein sollen, darüber ließe sich trefflich streiten. Und tatsächlich handelt es sich hier auch nicht um einen rechtlich definierten Begriff, wie der Bundesverband der deutschen Verbraucherzentralen auf seiner Internetseite erklärt.

Aus juristischer Sicht nämlich kommt es auf den Einzelfall an. Auf keinen Fall aber bedeutete der Begriff „haushaltsübliche Menge“ automatisch nur „ein Exemplar“, so die Verbraucherzentralen – und halten beispielhaft etwa auch 5 Packungen Butter und sogar 100 Apfelsinen für „haushaltsüblich“. Vor diesem Hintergrund erscheint für eine mehrköpfige Familie auch der Kauf entsprechend vieler Packungen Toilettenpapier realistisch, ohne dass er gleich als „Hamsterkauf“ eingestuft werden würde. Aber: Trotz allem liegt es im Interesse der Supermärkte, angebotene Waren zumindest für eine bestimmte Zeit für alle Kunden auf Vorrat zu halten. Wer leer ausgegangen ist, könnte sich sonst getäuscht fühlen. Es liegt also letztendlich an den Märkten zu entscheiden, was sie unter „haushaltsüblichen Mengen“ verstehen. Auch bei den Öffnungszeiten bei Aldi und Co. müssen Kunden an Heiligabend einiges beachten, wie ruhr24.de* berichtet.

Aldi: Christstollen aus dem Adventsprospekt – Darf ich Angebotsware öffnen?

In aller Regel sind Christstollen & Co. von Aldi und Co. zwar in Folie eingeschweißt, erhältlich sind sie aber hier und da auch in Kartons. Und hier gilt grundsätzlich, was etwa auch für Eierkartons gilt: Kundinnen und Kunden dürfen Aktionsware öffnen, wenn sie dabei weder Verpackung noch Inhalt beschädigen. Wichtig ist es also, die Verpackung behutsam aufzumachen und sie nachher unbeschädigt wieder zu verschließen. Denn wenn der Inhalt beschädigt wird, muss in der Regel das ganze Produkt bezahlt werden.

Ist nur die Verpackung kaputtgegangen, so haben Kundinnen und Kunden allenfalls für diesen Schaden aufzukommen. So ist es auf dem Verbraucherportals des baden-württembergischen Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz nachzulesen. Gerade bei solchen Aktionsangeboten müssen Händler übrigens dafür sorgen, dass Lebensmittel grundsätzlich mindestens bis zum Ende des ersten Aktionstags erhältlich sind.

Aldi: Verderbliche Lebensmittel – Darf ich Lebensmittel umtauschen?

Und wenn die Weihnachtware nun doch nicht das ist, was ich wollte? In vielen Geschäftsbereichen können Waren innerhalb einer Frist zurückgegeben oder umgetauscht werden – das ist bei verderblicher Ware aber nur bedingt der Fall, allerdings sind viele Supermärkte und Discounter hier kulant. Grundsätzlich gilt also: Nein. Wenn die Ware an sich in Ordnung ist besteht bei Aldi und Co. besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht. Anders liegt der Fall, wenn Ware schon vor Ablauf des angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatums verdirbt. Dann hat der Kunde selbstverständlich ein Recht auf Umtausch oder Erstattung des Kaufbetrags. Deshalb unbedingt den Kassenbon aufbewahren! (mko) *HEIDELBERG24 und ruhr24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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