Schluss mit gratis

Aldi bittet E-Auto-Fahrer bald fürs Strom tanken zur Kasse

  • schließen

Das kostenlose Laden von E-Autos ist an Filialen von Aldi bald Geschichte. Der Discounter verlangt ab Juni einen Ladetarif – egal, ob Kunde oder nicht.

Essen – Die teils massiven wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs spüren auch die Verbraucher in Deutschland. Sehr viele Alltags-Produkte sind knapp und teuer geworden – auch die Energie- und Spritpreise bewegen sich auf Rekordniveau. Experten in mehreren Branchen prophezeien sogar noch weitere Teuerungswellen in Deutschland, sollte sich an der derzeitigen Situation nichts ändern. Sehr deutlich wurde Eckhard Heuser vom Milchindustrie-Verband (MIV).

Aldi schiebt Ladeschnorrern Riegel vor – kein Gratisstrom ab Juni mehr

„Mit Blick auf die Butter sind starke Veränderungen festzustellen – der Rest kommt noch, spätestens zum 1. Juli 2022“, erklärte der Experte im Gespräch mit BW24 hinsichtlich der immer teurer werdenden Milchprodukten in Deutschland. Wie massiv die Preisanpassungen in Supermärkten und Discountern die Verbraucher in Deutschland treffen, wurde erst vor ein paar Wochen deutlich, als Aldi und Lidl ihre Preise für viele Alltags-Produkte angepasst hatten. „Alles bloß noch Abzocke“, schrieb dazu ein Facebook-User.

Es sind aber nicht nur die Lebensmittel, für die Aldi-Kunden mittlerweile tiefer in die Tasche greifen müssen. Ab Juni 2022 kommen auf die Kunden noch weitere Kosten zu – zumindest, wenn sie ein E-Auto an einer Filiale laden wollen. Bisher war der Strom an der Ladesäule gratis, was Kunden und Stromschnorrer gleichermaßen freute. Ab dem kommenden Monat soll damit endgültig Schluss ein. Twitter-Nutzer und Tech-YouTuber „TouchBenny“ teilte ein Foto, das eine entsprechende Information von Aldi an einer Ladesäule zeigt.

UnternehmenAldi
HauptsitzEssen
Umsatz106,3 Milliarden USD (2019)
Gründung1961, Essen
GründerKarl Albrecht, Theo Albrecht

Festtarif für E-Autofahrer: Aldi rechnet ab Juni pro Kilowattstunde ab

Dazu twittert er: „Aldi Süd führt ab Juni 2022 kostenpflichtiges Laden ein! Für einen fairen Kurs, wie ich finde.“ 39 Cent verlangt Aldi für eine Kilowattstunde (kWh). Bezahlen kann man mit EC- oder Kreditkarte. Eine spezielle App oder Ladekarte wird aber nicht benötigt. Wer noch eine Ladekarte eines anderen Anbieters für E-Ladesäulen besitzt, könne diese auch weiter benutzen, heißt es von Aldi.

Allerdings würde dann die Konditionen des jeweiligen Tarifanbieters gelten. Neu einführen will der Discounter auch die Möglichkeit von „Plug&Charge“. Das berichtet das Portal „giga.de“ – eine offizielle Bestätigung von Aldi gibt es dazu nicht. Plug&Charge ist eine noch recht neue Zahlungsmethode, die nach der Einrichtung fast völlig automatisiert funktioniert. Der Fahrer hinterlegt seine Daten einmalig zur Abrechnung im Fahrzeugcomputer.

Neue Technik an Ladesäulen von Aldi geplant: „Plug&Charge“ soll kommen

Wird das Auto laut „all-electronics.de“ an der Ladesäule angesteckt, dienen diese Daten der Identifikation, ohne dass der Fahrer an der Ladesäule manuelle Eingaben machen muss. Die Voraussetzung dafür ist, dass der E-Auto-Hersteller die Funktion für das Auto freigeschaltet hat. Aldi ist nicht der einzige Discounter, der an seinen Ladesäulen eine radikale Änderung vornimmt. Auch Lidl beendete sein Gratisstrom-Angebot für Ladeschnorrer, mittlerweile ist eine App notwendig.

Auch Aldi beendet sein kostenloses Ladeangebot für E-Autofahrer. Ab Juni 2022 müssen Kunden 0,39 Cent pro kWh zahlen.

In der Facebook-Community kommt die Änderung von Aldi gut an. „Richtig so! Wieso soll ein E-Autofahrer denn kostenlos tanken können?“, schreibt etwa ein User. „Der Preis von 39 Cent pro kWh ist aus meiner Sicht fair“, meint ein anderer Nutzer. Aber es gibt auch ein paar wenige Stimmen, die das Vorhaben von Aldi scharf kritisieren. „Was glaubt ihr eigentlich!“, schreibt ein Nutzer an Aldi und ergänzt, dass es offenbar nicht noch teurer werden könne.

Aldi-Preis von 39 Cent pro kWh zu teuer? Auf Facebook streiten die Nutzer

„Das kann gar nicht teuer genug sein!“, entgegnet daraufhin ein anderer Facebook-Nutzer und verweist zugleich auf den günstigen Preis im Vergleich zu anderen Anbietern. Laut „giga.de“ sind Preise von rund 50 Cent pro kWh keine Seltenheit. Zwar sei der Aldi-Preisanstieg von 0 auf 39 Cent pro kWh nicht ohne, aber immer noch deutlich günstiger als so manches Konkurrenzangebot, schreibt das Portal.

Rubriklistenbild: © Stadtratte / Imago

Zurück zur Übersicht: Verbraucher

Mehr zum Thema

Kommentare