„3G-Regel“

BW: Ende der gratis Corona-Tests – Wann müssen Ungeimpfte zahlen? Alle Infos

  • schließen

Baden-Württemberg - Ab dem 11. Oktober wird der Bund die Kosten für Coronatests nicht mehr übernehmen. Für Ungeimpfte kann das teuer werden.

Im Kampf gegen das tödliche Coronavirus* werden bald hansere Saiten aufgezogen. Für Ungeimpfte könnte das teuer werden. „Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger erforderlich.“ So sagt es das Bundesgesundheitsministerium. Die Kosten für die Schnelltests – auch „Bürgertests“ genannt –, die bislang an jeder Ecke in Testzentren gratis zu haben waren, werden laut neuer Verordnung des Bundes ab dem 11. Oktober nicht mehr übernommen.

Laut Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg vom 16. September gilt für die Teilnahme an Veranstaltungen die sogenannte „3G-Regel“. „3G“, das bedeutet: geimpft, genesen – oder eben getestet. Wer an Veranstaltungen teilnehmen möchte, bei denen besagte 3G-Regel greift, selbst aber nie an SARS-CoV-2 erkrankt war oder dagegen geimpft ist, muss also zwingend einen negativen Coronatest vorweisen. Schnelltests für zuhause gibt es für (mittlerweile) wenig Geld in jedem Supermarkt, doch eben die gelten nicht. „Getestet“ im Sinne der 3G-Regelung heißt: Akzeptiert werden ausschließlich Tests von offiziellen Stellen – und die werden ab dem 11. Oktober eben kosten.

Doch wie HEIDELBERG24* berichtet, gibt es weiterhin Möglichkeiten an Gratis-Corona-Test zu gelangen.

Corona-Test: Welche Testmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich spielt es keine Rolle, welche Art Test durchgeführt wird. Möglich sind zwei Testvarianten:

  • Schnelltestzentren bieten sogenannte Antigen-Tests an, die in aller Regel 24 Stunden gültig sind. Dabei wird mit einem Stäbchen eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege entnommen. Der Abstrich erfolgt durch den Mund von der Rachenwand und/oder über die Nase aus dem Nasen-Rachenraum.
  • Deutlich genauer sind sogenannte PCR-Tests: Das Entnahmeverfahren ist dasselbe, allerdings werden die Proben hier einer Prüfung im Labor unterzogen. Das kann über 24 Stunden Wartezeit bedeuten, dafür ist das Testergebnis wesentlich exakter – und daher auch 48 Stunden gültig.

Kostenpflichtige Coronatests: Diese Ausnahmen gelten

Die neue Testverordnung des Bundes sieht aber einige Ausnahmefälle vor, in denen die Testkosten auch weiterhin übernommen werden sollen:

  • Kinder unter 12 Jahre bzw. Kinder, die in den letzten drei Monaten vor der Testung zwölf Jahre alt geworden sind.
  • Personen, die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation zum Zeitpunkt der Testung nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft werden können; Das gilt insbesondere bei einer Schwangerschaft im ersten Schwangerschaftsdrittel, da die Ständige Impfkommission für diesen Zeitraum bislang keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen hat.
  • Personen, die wegen einer nachgewiesenen Infektion in Quarantäne sind, können sich kostenlos testen lassen, wenn die Testung zur Beendigung der Quarantäne erforderlich ist.

Außerdem gilt für Jugendliche unter 18 Jahren eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2021. Dasselbe gilt für Schwangere. Zwar besteht für diese Personengruppen seit August bzw. September 2021 eine generelle Impfempfehlung der ständigen Impfkommission. Um aber ausreichend Zeit zu gewähren, sich über die bestehenden Impfangebote zu informieren und einen vollständigen Impfschutz zu erlangen, haben sie bis Ende des Jahres weiterhin einen Anspruch auf kostenlose Testung.

3G-Regel: So viel kosten Coronatests

Verrückt, aber wahr: Die Frage, wie viel genau die Tests am Ende kosten werden, lässt sich abschließend noch gar nicht beantworten. Das liegt auch daran, dass unterschiedliche Testzentren und Labore auch unterschiedliche Preise fordern dürften. Nicht zuletzt hängt es gerade bei Labortests auch davon ab, wie schnell man das Ergebnis braucht. Einige Labore nämlich bieten Express-Testungen an, die natürlich entsprechend teurer zu Buche stehen.

Als Anhaltspunkt aber können die Kosten genommen werden, die der Bund bisher übernommen hat. Demnach werden für Schnelltests derzeit 11,50 Euro erstattet, für PCR-Tests 43,56 Euro. Der Preis kann sich aber auch erhöhen, je nachdem wie schnell man das Ergebnis benötigt, wie eine PCR-Test-Preisauflistung des „ADAC“ zeigt. Wer in einem deutschen Flughafen einen PCR-Test macht und das Ergebnis binnen 24 Stunden braucht, zahlt einen Preis ab 69 Euro. Will man das Ergebnis bereits nach ein paar Minuten, muss man bis zu 279 Euro blechen! *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (mko)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Zurück zur Übersicht: Verbraucher

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare