Pläne der Bundesregierung

Führerschein-Änderung: Was künftige Autofahrer wissen sollten

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Führerschein: Deutsche Regierung und EU-Kommission planen Änderungen (Symbolfoto).
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Die Bundesregierung und die EU-Kommission wollen die Fahrausbildung erneuern. Mehrere Änderungen sind geplant. 

Kassel – In Deutschland und weltweit befindet sich die Mobilität im Wandel: Verbrenner sollen zur Ausnahme werden, E-Autos mit neuen Assistenzsystemen das Ruder übernehmen. Daher soll sich auch die Führerschein-Ausbildung ändern. Der Auto Club Europa (ACE) bewertet die neuen Vorhaben der deutschen Bundesregierung und der EU-Kommission überwiegend positiv.

Unter anderem soll die Fahrausbildung digitaler werden. Bereits während der Corona-Pandemie durften Fahrschulen digital unterrichten. Das war bisher aber die Ausnahme. Nun will die Regierung den digitalen Unterricht immer erlauben. Der Bundesrat hat einer Ausweitung mit Änderungen bereits im Februar zugestimmt. Jetzt fehlt nur noch die Entscheidung der Ampelkoalition. „Der ACE begrüßt die Ausweitung digitaler Angebote bei der Fahrausbildung, da sie gerade in ländlichen Regionen, in denen die nächste Fahrschule auch mal weiter weg sein kann, den Zugang zur Fahrerlaubnis vereinfacht“, teilt der ACE mit.

Führerschein-Änderungen: Auto Club Europa (ACE) begrüßt Pläne

E-Autos beschleunigen die Entwicklung neuer Assistenzsysteme. Daher ist die Nutzung moderner Fahrerassistenzsysteme seit Juni Teil der praktischen Prüfung. Die Integration soll schrittweise ablaufen, beginnend mit einfach anwendbaren und weitverbreiteten Systemen wie der adaptiven Geschwindigkeitsregelung. Dazu meint der ACE:  „Fahrassistenzsysteme können zur Vermeidung von Unfällen beitragen, wenn ihre Funktionsweise klar ist. Dazu kann die Integration in die Fahrschulprüfung aus Sicht des ACE einen guten Beitrag leisten. Da bestimmte Systeme künftig von der EU verbindlich für Neufahrzeuge vorgeschrieben sind, müssen diese auch in der Fahrprüfung berücksichtigt werden“.

Laut Koalitionsvertrag könnte das Mindestalter für begleitetes Fahren gesenkt werden: von 17 auf 16 Jahre. So sollen Jugendliche frühzeitiger für den Straßenverkehr geschult werden. Das begleitete Fahren hat sich als Erfolg für die Verkehrssicherheit erwiesen. Es senkt das Unfallrisiko bei Fahranfängerinnen und Fahranfängern signifikant. Durch die Herabsetzung des Mindestalters würde sich der Lernzeitraum verdoppeln. Der ACE begrüßt diesen Plan, „da davon auszugehen ist, dass das Unfallrisiko damit noch weiter gesenkt wird“.

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Eine weitere mögliche Änderung: Das Maximalgewicht für den B-Führerschein könnte steigen. Bisher gilt: Wer nach 1999 einen Führerschein der B-Klasse gemacht hat, darf Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen Gewicht fahren. Der ACE spricht sich für eine Erhöhung des Maximalgewichts auf 4,25 Tonnen aus. Millionen Führerscheine in Deutschland sind ungültig. Was Autofahrer wissen müssen.(Jan Wendt)

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