Zucht- oder Wildlachs?

Lachs bei Stiftung Warentest: Testsieger sorgt für große Überraschung

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Wer gerne Fisch isst, der steht sicherlich öfter auch vor dem Regal und schwankt zwischen Zucht- und Wildlachs. Stiftung Warentest hat jetzt einen großen Test gemacht.

Deutschland – Eiweiß, Jod, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D: Wer einen Lachs auf dem Teller hat, liefert seinem Körper jede Menge guter Inhaltsstoffe. Stiftung Warentest nahm jetzt mehrere Zucht- und Wildlachse unter die Lupe, berichtet RUHR24*.

OrganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
CEOHubertus Primus (2. Jan. 2012–)

Lachs bei Stiftung Warentest: Zuchtfische überzeugen im Test 2021 – nur teurer Wildlachs kann mithalten

Insgesamt prüfte die Organisation sieben Wildlachse – allesamt aus der Tiefkühltruhe – und 18 Zuchtlachse gekühlt und gefroren. Dabei hatte eine Sorte klar die Nase vorne: Die Zuchtlachse überzeugten im Geschmack, der Konsistenz und im Aroma.

Beim Wildlachs konnte geschmacklich nur der teuerste von Costa (26,40 Euro) brillieren. Die von Stiftung Warentest erkorenen Gewinner unter den Zuchtlachsen sind:

  • Lidl Fischer­stolz (15 Euro pro Kilo), gekühlt
  • Profish (22 Euro), gekühlt
  • Biol­achs von Aldi Nord Gut Bio (30 Euro), tiefgefroren
  • Biolachs von Edeka Bio (27,20 Euro), tiefgefroren

Stiftung Warentest prüft Lachs: Fisch aus der Zucht mit intensiverem Geschmack

Einer der Gründe, warum Zucht- und Wildlachs sich geschmacklich unterscheiden, liegt am Fettgehalt. Dieser ist bei den gezüchteten Fischen höher aufgrund der Ernährung und Fett ist immerhin ein Geschmacksträger (mehr Testberichte* auf RUHR24).

Darüber hinaus liegen Wildlachse oft über ein Jahr im Frost, ehe die Verbraucher sie kaufen. Das kann sich sowohl auf Aroma als auch auf Konsistenz auswirken. Bei tiefgekühlten Zuchtlachsen sind es im Schnitt sechs Monate, teilt Stiftung Warentest im großen Lachs-Check (Bezahlartikel) mit.

Lachs im Test: Stiftung Warentest entdeckt Parasiten-Befall bei Wildlachs

Aber was bringt guter Geschmack, wenn die Fische mit gefährlichen Stoffen belastet sind. Etwa Rewe musste vor Kurzem einen Fisch zurückrufen, weil eine Blutvergiftung bei Verzehr drohte*. Hier kann Stiftung Warentest aber Entwarnung geben. Keiner der überprüften Lachse war nennenswert mit Queck­silber, Kadmium, Blei oder Pflanzen­schutz­mitteln belastet. Auch konnten weder Antibiotika-Rückstände noch Ethoxyquin im Zucht­lachs vorgefunden werden. Insbesondere bei dem zweiteren Stoff wird gemutmaßt, dass das Erbgut beschädigt werden könne.

Stiftung Warentest konnte bei Wildlachsen Parasiten nachweisen. Die Stiftung gibt aber Entwarnung.

Auch auf Parasiten wurden die Fische untersucht. Und wieder hat der Zuchtlachs die Nase vorn. Denn Wildlachse sind häufig mit Parasiten, sogenannten Nematodenlarven, befallen. Es sind Fadenwürmer, die Menschen kaum erkennen können. Stiftung Warentest konnte sie „teils in hohen Gehalten“ in allen Wildlachs­proben nachweisen.

Lachs im Test: Parasiten bei Wildfisch – Stiftung Warentest gibt Entwarnung

Doch auch hier gibt die Organisation Entwarnung. Denn für die menschliche Gesund­heit sind die Nematoden-Parasiten nicht gefährlich. „Sie sterben, wenn Fisch gefroren, gegart oder gesalzen wird“, erklärt Stiftung Warentest.

Insgesamt kann Lachs also bedenkenlos gegessen werden – egal ob gekühlt oder tiefgefroren. Geschmacklich spricht Öko-Test allerdings eine klare Empfehlung für den Tiefkühl-Lachs* aus. *RUHR24 ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Parks/AFP/Collage: RUHR24

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