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Räucherlachs: Bundesamt warnt vor üblen Keimen – auch vor Ablauf des MHD

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Räucherlachs schmeckt nicht jedem, doch wer ihn mag, sollte aufpassen: Er kann eine böse Krankheit übertragen.

Deutschland – Ob Weihnachtsgans mit Grünkohl, Rouladen mit Rotkohl oder Lachs: An Weihnachten gibt es bei den meisten etwas Besonderes zu essen. Insbesondere beim Fisch sollten die Festmahl-Köche allerdings aufpassen, warnt RUHR24*.

BakteriumListerien
FamilieListeriaceae
KlasseBacilli

Räucherlachs: Bundesamt warnt vor gesundheitsgefährdenden Keimen

Während das Robert-Koch-Institut vor Silvester und Weihnachten vor Raclette warnt*, schlägt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bei Räucherlachs Alarm. Unter gewissen Umständen kann der Verzehr gesundheitliche Folgen haben.

Denn Verbraucher müssen, bevor sie den Fisch genießen, unbedingt das Mindesthaltbarkeitsdatum gegenchecken. Räucherlachs zähle EU-weit zu den Lebensmitteln, „bei denen am häufigsten Überschreitungen der Grenzwerte für Listerien festgestellt werden“, teilt das Bundesamt auf Twitter mit. Eine Gefahr für die Gesundheit.

Räucherlachs: Gefahr bei Verzehr – Bundesamt warnt vor Listerien

Listerien, beziehungsweise die Bakterien-Spezies Listeria monocytogenes, ist der Erreger der Krankheit Listeriose. Symptome beschreibt das RKI auf der Seite: „Die manifeste Listeriose äußert sich mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskelschmerzen sowie u.U. auch Erbrechen und Durchfall.“ Es könne zur Sepsis (Blutvergiftung, Anm. d. Red.) kommen, die klinisch nicht von einer Sepsis anderer Genese unterschieden werden kann (mehr Warnungen bei RUHR24).

Es droht auch eine weitere Gefahr: Laut des RKI könne sich die Listeriose auch als eitrige Meningitis (Entzündung der Gehirn- und Rückenmarkshäute, Anm. d. Red.) manifestieren. Eine Infektion mit Listerien, respektive Listeriose, ist zuweilen lebensmittelbedingt – vornehmlich übertragen durch tierische Produkte wie Räucherlachs und Geflügel.

Das Bundesamt warnt vor Keimen im Räucherlachs. Sie sind eine Gefahr für die Gesundheit.

Räucherlachs: Bundesamt warnt vor Verzehr auch vor Ablauf des MHD

Besonders gefährlich sind die Bakterien für besonders empfindlichen Verbrauchergruppen, wie älteren Menschen, Kindern oder Schwangeren. Bei der letzten Gruppe verweist das RKI allerdings darauf, dass die Erkrankung in der Regel mit unauffälligen Grippe-Symptomen erfolgt. Die Infektion könne aber auf das ungeborene Kind übergehen. Die Gefahr: Das Kind kann infiziert zur Welt kommen, es kann sogar zu einer Früh- oder Totgeburt kommen.

Listerien sind also nicht zu unterschätzende Bakterien. Immerhin: Der Erreger kommt seltener vor als Salmonellenerkrankungen und kann durch Kochen bei über 65 Grad abgetötet werden. Neben der Auswahl des Fischs – Öko-Test befand nur einen Räucherlachs als „sehr gut“ – ist auch der zügige Verzehr wichtig.

Denn weiter heißt es beim Bundesamt: Am höchsten seien die Keimzahlen zum Ende der Haltbarkeit hin. Heißt auch, selbst wenn der Räucherlachs noch wenige Tage haltbar ist, gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Wer also das Weihnachtsfestmahl sorglos genießen möchte, sollte wie auch Fischers Fritz auf frischen Fisch setzen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Valerie Macon/AFP

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