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Benzin-Preis geht durch die Decke – was dahinter steckt

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An den Tankstellen steigen die Preise für Benzin und Diesel. (Symbolbild)
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Schlechte Laune an der Tankstelle: Die Kosten für Benzin und Diesel steigen immer weiter. Woran liegt das und wie kann man sparen?

Frankfurt – Wer aktuell auf das Auto angewiesen ist, muss tief in die Tasche greifen: Die Preise für Benzin steigen immer weiter. In Frankfurt zahlt man laut clever-tanken.de aktuell für einen Liter Super E10 durchschnittlich 1,62 Euro, der Preis für einen Liter Diesel liegt bei etwa 1,53 Euro. Doch woher kommt der hohe Preis?

Maßgeblich beeinflusst wird der Spritpreis vom Rohölpreis. Der steigt kontinuierlich an: Seit Beginn des Jahres hat sich der Preis von 50,5 Dollar pro Barrel auf inzwischen 82,8 Dollar erhöht (Quelle: tecson/ Stand: 13.10.2021). Das ist aber noch weit weg vom Allzeithoch 2008. Damals lag der Preis bei sogar 146,2 Dollar. Und auch in den darauf folgenden Jahren überstiegen die Kosten für ein Barrel Rohöl regelmäßig die 100-Dollar-Marke.

Hohe Kosten für Benzin und Diesel: Steuern haben großen Anteil am Preis

Es gibt noch einen weiteren Faktor, der eine große Rolle beim Spritpreis spielt: Steuern. Aktuell liegt der Energiesteuersatz laut Gesetz bei Benzin bei festgeschriebenen 65,45 Cent pro Liter. Bei Diesel sind es immer noch 47,04 Cent. Dazu kommt noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Laut ADAC bekommt der Staat etwa 64 Prozent der Tankrechnung.

Nur ein Drittel sind also tatsächliche Kosten für Benzin und Diesel. Dazu zählt das Kernprodukt Rohöl, die Verarbeitung zu Treibstoff, der Transport und schließlich die seit Jahresbeginn fällige CO2-Abgabe*. Dieser Emissionshandel für Brennstoffe schafft zusätzliche Kosten von zunächst 25 Euro pro Tonne CO2, bis 2025 soll der Preis auf 55 Euro steigen. Für den Endabnehmer Autofahrer bedeutet das schließlich eine Verteuerung von etwa 7 Cent pro Liter bei Benzin und 8 Cent pro Liter bei Diesel.

Natürlich nehmen sich auch Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber ihr Stück vom Kuchen. Bei letzteren bestimmen allerdings die Konzerne die Preise. Und da ist entscheidend, wann das Öl gekauft wurde und wie hoch der Ölpreis damals lag. Ein weiterer Punkt für die jetzt hohen Kosten ist der geringe Spritpreis während der Corona-Krise. Dazu gehört auch der geringere Mehrwertsteuersatz, der zwischenzeitlich bei 16 Prozent lag.

Im Video: Spritpreise auf Rekordkurs - Diesel knapp unter Allzeithoch

Hoher Spritpreis: Sparen am besten beim eigenen Verbrauch

Wie lässt sich also der Geldbeutel schonen? Am Preis für Benzin und Diesel lässt sich als Verbraucher nur wenig tun, ein Umstieg auf ein Elektroauto ist aktuell noch sehr teuer. Es gibt aber Mittel und Wege, den eigenen Verbrauch zu verringern – und so schließlich Geld zu sparen. Der ADAC gibt einige Tipps, wie man den Spritverbrauch möglichst verringert. Dabei ist klar. Wer die eigene Fahrweise optimiert, spart schließlich auch beim Verbrauch. Also sind rechtzeitiges Schalten und vorausschauendes Fahren angebracht.

Auch bei elektronischen Geräten im Auto lässt sich sparen. Geräte, die nicht unbedingt nötig sind, sollte man abschalten – denn auch sie werden vom Motor angetrieben und erhöhen so den Verbrauch. Dazu zählt die Klimaanlage und die Heizung. Außerdem sollte das Gewicht beim Fahrzeug möglichst gering sein. 100 Kilo unnötiges Gewicht ergeben laut dem ADAC schon einen Mehrverbrauch von 0,3 Litern auf 100 Kilometer. Gerade Dachträger, Fahrradträger oder auch schon die Kiste Wasserflaschen im Kofferraum sind letztendlich teurer Ballast, den man nicht auf jeder Tour dabei haben muss.

Tipps zum Sparen beim Spritverbrauch: Reifen können viel ausmachen

Wichtig für einen geringeren Verbrauch sind auch die richtigen Reifen. Energiesparreifen können laut dem ADAC bis zu 0,5 Liter auf 100 Kilometern sparen. Also lohnt sich angesichts der aktuellen Spritpreise oft eine Investition in neue Reifen. Außerdem sollte der Reifendruck passen, denn auch durch zu geringen Luftdruck steigt der Rollwiderstand – und damit auch der Spritverbrauch. Schon 0,3 bar zu wenig können einen großen Unterschied machen. (spr)*fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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