Rückkehr nach Deutschland

Herbst-Urlaub 2021: Reisen in Corona-Zeit - Bei diesen Ländern droht Quarantäne?

Wer in Urlaub fährt, sollte genau darauf achten, welche Corona-Regeln gelten. Denn: Nach der Rückreise aus manchen Ländern droht Quarantäne.

Kaum sind die Sommerferien vorbei, beginnen die Planungen für die Herbstferien. Diese beginnen Ende Oktober und dauern in der Regel eine Woche an. In Baden-Württemberg* beispielsweise gehen die Herbstferien vom 31. Oktober bis 6. November. Wer nicht in Deutschland bleiben will, der wird über eine Reise ins Ausland nachdenken. Doch wohin sollte man angesichts der Corona-Krise verreisen? In einigen europäischen Ländern kann man aktuell fast bedenkenlos Urlaub machen, da dort wenige Corona-Regeln gelten. Aber es gibt auch zahlreiche Staaten, bei denen man sich eine Reise zweimal überlegen sollte. Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft diese Länder nämlich als Hochrisikogebiete ein – und das bringt Konsequenzen mit sich! HEIDELBERG24* verrät, welche Urlaubsländer aktuell auf der Risiko-Liste stehen und wo dementsprechend Quarantäne-Pflicht gilt.

Nach dem Urlaub in Hochrisikogebiete: Quarantänepflicht für Urlauber

Seit dem 1. August gilt eine neue Corona-Einreiseverordnung. Aufgrund der „zunehmenden weltweiten Verbreitung von leicht übertragbaren SARS-CoV-2-Varianten (insb. der Delta-Variante) [gilt| eine generelle Nachweispflicht.“, erklärt das RKI. Konkret bedeutet das, dass Personen ab 12 Jahren bei der Einreise ein negatives Testergebnis, eine Impfung oder eine Genesung vorzeigen müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man zuvor in einem Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet war. „Daneben sind bei Einreise in die Bundesrepublik Deutschland nach einem Aufenthalt in einem ausländischen Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet eine spezielle Anmelde-, Nachweis- und Quarantänepflicht zu beachten. Bei Einreise aus Virusvariantengebieten gilt – vorbehaltlich sehr eng begrenzter Ausnahmen – ein Beförderungsverbot für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug direkt aus diesen Ländern“, heißt es weiter. Urlauber, die nach Deutschland kommen, müssen also nach einer Reise in einem Hochrisikogebiet beziehungsweise Virusvariantengebiet folgendes beachten:

  • Anmeldepflicht: Urlauber müssen rechtzeitig das digitale Einreiseformular ausfülllen.
  • Nachweis: Reisende müssen eine Coronavirus*-Impfung, Genesung oder einen negativen Test vorzeigen. Bei einem Aufenthalt in einem Virusvariantengebiet ist ausschließlich ein Testnachweis möglich. Die Nachweise müssen über das Einreiseportal unter https://www.einreiseanmeldung.de hochgeladen werden.

Besondere Regeln gelten für die Quarantänepflicht. Wer in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hat, der muss grundsätzlich nach der Ankunft in Deutschland in eine zehntägige häusliche Isolierung. Wer eine Impfung, Genesung oder einen negativen Test vorzeigen kann, kann die Quarantäne vorzeitig beenden. Dabei ist zu beachten, dass:

  • nach Voraufenthalt in Hochrisikogebieten eine Testung frühestens fünf Tage nach Einreise vorgenommen werden („Freitestung“ ab Tag fünf nach Einreise möglich) kann. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne ab dem Zeitpunkt beenden, an dem der Impf- oder Genesenennachweis über das Einreiseprotal übermittelt wird.
  • Wichtig: Erfolgt die Übermittlung vor Einreise (wird dringende empfohlen), muss die Quarantäne nicht angetreten werden.

Bei Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet beträgt die Absonderungszeit vierzehn Tage. Die Quarantäne kann nicht verkürzt werden.

Quarantäne droht nach Urlaub: Wann wird ein Land zum Hochrisikogebiet?

Das RKI sowie das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat entscheiden, welche Länder als Hochrisikogebiete gelten. Diese Entscheidung kann sich aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens schnell ändern, weshalb das RKI immer wieder die Liste aller Risiko-Länder anpasst. Die Experten stellen in den betroffenen Staaten ein besonders erhöhtes Risiko für eine Corona-Infektion fest.

Als Hochrisikogebiete zählen Länder mit besonders hohen Corona-Zahlen. So wird beispielsweise die deutsche 7-Tage-Inzidenz mit den betroffenen Ländern verglichen. Ist hier ein deutlicher Unterschied festzustellen, wird das jeweilige Land hochgestuft. Aber auch andere Aspekte, wie beispielsweise eine hohe Hospitalisierungsrate oder die Ausbreitungsgeschwindigkeit, spielen bei der Entscheidung mit ein.

Als Virusvariantengebiet gelten Länder oder Gebiete, die eine noch nicht verbreitete Corona-Mutationen vorweisen. Wenn die Experten davon ausgehen, dass die zugelassenen Impfstoffe nur wenig oder gar keinen Schutz vor diesen Varianten bieten, werden die betroffenen Staaten als Virusvariantengebiete betitelt. Ist der Krankheitsverlauf der Mutation schwerer oder verursacht sogar eine höhere Sterblichkeit, gilt ein Land ebenfalls als Virusvariantengebiet. Gleiches gilt auch, wenn die Folgen der Variante noch völlig unklar sind.

Die Einstufung als Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet erfolgt frühestens mit Ablauf des ersten Tages nach Veröffentlichung der Feststellung durch das Robert Koch-Institut auf dieser Webseite. So soll den Reisenden und den betroffenen Staaten bzw. Regionen Zeit gegeben werden, auf die Einstufung zu reagieren und entsprechenden Vorkehrungen treffen zu können“, schreibt das RKI.

Herbst-Urlaub 2021: Quarantäne nach Reise? Bei diesen Ländern droht Isolation

Das RKI sowie das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat stufen aktuell* folgende beliebte Länder als Hochrisikogebiete ein**:

  • Ägypten (seit 24. Januar 2021)
  • Albanien (seit 5. September 2021)
  • Algerien (seit 8. August 2021)
  • Armenien (seit 19. September 2021)
  • Aserbaidschan (seit 5. September 2021)
  • Äthiopien (seit 26. September 2021)
  • Barbados (seit 19. September 2021)
  • Belarus (seit 1. Oktober 2021)
  • Bosnien und Herzegowina (seit 12. September 2021)
  • Costa Rica (seit 9. Mai 2021)
  • Dominica (seit 22. August 2021)
  • El Salvador (seit 1. Oktober 2021)
  • Fidschi (seit 11. Juli 2021)
  • Georgien (seit 25. Juli 2021)
  • Guatemala (seit 5. September 2021)
  • Haiti (seit 8. August 2021)
  • Honduras (seit 8. August 2021)
  • Indonesien (seit 18. Juli 2021)
  • Israel (seit 15. August 2021)
  • Jamaika (seit 29. August 2021)
  • Kasachstan (seit 8. August 2021)
  • Kenia (seit 15. August 2021)
  • Kolumbien (seit 24. Januar 2021)
  • Korea (Demokratische Volksrepublik) (seit 8. August 2021)
  • Kuba (seit 18. Juli 2021)
  • Litauen (seit 1. Oktober 2021)
  • Malaysia (seit 13. Juni 2021)
  • Marokko (seit 8. August 2021)
  • Mexiko (seit 8. August 2021)
  • Mongolei (seit 13. Juni 2021)
  • Montenegro (seit 15. August 2021)
  • Nicaragua (seit 12. September 2021)
  • Oslo, Norwegen (seit 12. September 2021)
  • Papua-Neuguinea (seit 8. August 2021)
  • Philippinen (seit 8. August 2021)
  • Rumänien (seit 1. Oktober 2021)
  • Russische Föderation (seit 7. Juli 2021)
  • Seychellen (seit 14. Februar 2021)
  • Sri Lanka (seit 5. September 2021)
  • Tansania (seit 14. März 2021)
  • Thailand (seit 8. August 2021)
  • Türkei (seit 17. August 2021)
  • Tunesien (seit 25. April 2021)
  • Venezuela, Bolivarische Republik (seit 19. September 2021)
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inkl. der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete (seit 7. Juli 2021)
  • Vereinigte Staaten von Amerika (seit 15. August 2021)
  • Vietnam (seit 15. August 2021)

*Stand vom 1. Oktober 2021.
**Anmerkung: Die Liste zeigt beliebte Urlaubsländer. Eine vollständige Auflistung aller Hochrisikovarianten ist auf der Webseite des Robert-Koch-Insitutes zu finden. Virusvariantengebiete gibt es aktuell keine.

„Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens kann es erforderlich sein, dass sehr kurzfristig neue Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete ausgewiesen werden“, so das RKI weiter. (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Carola Frentzen/dpa/Symbolbild

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