Energiekosten

Aldi, Lidl, Edeka: Handelsverband warnt vor weiterer Preiswelle - „Wird sicherlich zweistellig“

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Der Ukraine-Krieg und die steigenden Energiepreise hinterlassen ihre Spuren: Lebensmittel werden immer teurer.
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Der Wocheneinkauf bei Aldi, Lidl und Co. wird immer teurer. Doch das Ende der Preissteigerungen ist noch nicht erreicht.

Berlin - Speiseöle, Butter, Brot - bei vielen Nahrungsmitteln sind die Preise bereits gestiegen. Doch ein Ende der Preis-Rallye ist wohl noch nicht in Sicht. Der Ukraine-Krieg*, die Sorge um die Gasversorgung und die damit einhergehenden steigenden Energiepreise werden die Entwicklung der Preise im Supermarkt wohl noch weiter befeuern.

Aldi, Lidl, Edeka: Preise stiegen bereits vor dem Ukraine-Krieg

Auch die Handelsbranche schätzt, dass die Preise weiter deutlich zulegen werden. Schon vor Ausbruch des Ukraine-Krieges seien die Preise „über die Produktpalette hinweg“ um gut fünf Prozent gestiegen, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Dies sei Folge der gestiegenen Energiekosten gewesen. „Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig“, sagte Sanktjohanser.

Erste Handelsketten hätten schon damit begonnen, Preise anzuheben. „Wir werden das zeitnah überall in den Supermärkten an den Preisschildern sehen können.“ Es werde „erst einmal keine anhaltende Abwärtsbewegung mehr bei den Preisen geben“, so Sanktjohanser. Kürzlich wurde bekannt, dass der Discounter Aldi* bei über 400 Produkten die Preise anhebt. „Aufgrund der Situation auf den Weltmärkten werden wir Sprünge in den Verkaufspreisen erleben, die es so noch nie gegeben hat“, erklärte Florian Scholbeck, Geschäftsführer Kommunikation bei Aldi Nord, gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

Bauernpräsident: Lebensmittelversorgung für ein Jahr gesichert

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die Versorgung mit Lebensmitteln sei absehbar für ein Jahr gesichert*. „Aber über diesen Zeithorizont hinaus ist es schwierig mit einer Prognose.“

Die Spitzenverbände von Handel und Agrarbranche tauschen sich auf Ebene der Zentrale Koordination Handel - Landwirtschaft (ZKHL) über Folgen des Ukraine-Krieges aus. ZKHL-Geschäftsführer Hermann-Josef Nienhoff sagte, die aktuelle Welle der Preissteigerungen sei bei den Verbrauchern noch nicht angekommen. Die ZKHL war nach anhaltenden Protesten aus der Landwirtschaft gegen die Preispolitik der Handelskonzerne ins Leben gerufen worden. (dpa/ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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