News-Ticker

IAA-Proteste beendet: Videos zeigen Eskalation in München - Pfefferspray und Schlagstock im Einsatz

Noch zwei Tage IAA Mobility. Und auch am Wochenende sind wieder Proteste geplant, für Samstag eine große Rad-Demo und ein Protestmarsch um den Hauptbahnhof.

  • Auch für Samstag sind wieder Protest-Aktionen gegen die IAA in München geplant. Alleine für die Fahrrad-Sternfahrt sind insgesamt 11 Startpunkte vorgesehen (siehe Update von 11.27 Uhr).
  • Bei einem Protestmarsch rund um den Bahnhof kommt es zu chaotischen Szenen. Die Polizei greift mit Schlagstock und Pfefferspray ein (siehe Update von 15.40 Uhr).
  • Darüber, wie viele Menschen heute in München gegen die IAA protestieren, gehen die Meinungen auseinander (siehe Update von 17.20 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

18.07 Uhr: Ersten Informationen zufolge verliefen Demonstration und Sternfahrt weitgehend friedlich. Den Veranstaltern waren zunächst keine Vorkommnisse bekannt. Allerdings berichtete der Grünen-Landtagsabgeordnete Markus Büchler, der die Demonstration als „parlamentarischer Beobachter“ begleitet hatte, von mindestens einer „Schlagstockszene“, die er beobachtet habe. Zudem bestätigte er Aussagen des Aktionsbündnisses „Sand im Getriebe“, dass aus der Demonstration heraus zwei Bäume besetzt worden seien.

Inzwischen hat Polizeisprecher Andreas Franken eine erste Bilanz der heutigen Demonstrationen gezogen. Gegenüber Medienvertretern zeigte er sich zufrieden mit dem Polizeieinsatz. Auf der Theresienwiese sei es zu keinerlei Störungen gekommen. Die einzige nennenswerte Störung habe es auf der Luisenstraße gegeben, weil Demonstrationsteilnehmer Bäume besetzt hätten, um dort Banner aufzuziehen. Die Einsatzkräfte hätten zweimal Pfefferspray eingesetzt, weil die Situation zunächst unklar war. Hätte man gewusst, dass es nur um ein Banner geht, hätte sich die Polizei sofort zurückgezogen, erklärt Franken.

17.41 Uhr: „Alle Verkehrssperren, die im Rahmen des heutigen Versammlungsgeschehens eingerichtet wurden, sind inzwischen wieder aufgehoben“, teilt die Polizei München mit.

17.20 Uhr: Wie viele Menschen demonstrieren da in München eigentlich? Die Angaben gehen auseinander: Die Veranstalter sprechen von insgesamt 25.000 und sogar 50.000 Menschen, die Polizei von mehr als 10.000. Bereits am Vormittag hatten sich rund 500 Radfahrer aus mehreren Städten Bayerns mit dem Fahrrad in Richtung München aufgemacht. Die Zahl sei im Laufe der Sternfahrt auf 8000 angewachsen, wie die Polizei mitteilte. Laut Veranstalter sollen es 20.000 Rad-Demonstranten gewesen sein.

Am Nachmittag zogen laut Polizei 3500 Demonstranten zu Fuß durch das Münchner Zentrum, laut Veranstalter waren es 5000. Nach zwischenzeitlichen Stopps und Polizeieingriffen beim Protestmarsch trafen sich die meisten der Demonstranten zur gemeinsamen Abschlusskundgebung auf der Theresienwiese. Insgesamt waren 50.000 Teilnehmer angemeldet.

IAA-Proteste: Nach Chaos-Szenen in der Innenstadt erreicht der Protestmarsch die Theresienwiese

17.11 Uhr: Ohne weitere Zwischenfälle - zumindest sind zum jetzigen Stand keine bekannt - setzte der Protestmarsch seine Route Richtung Theresienwiese fort. Mittlerweile sind die meisten der Demonstranten dort angekommen - unter anderem auch der Block „no future“, der unterwegs immer wieder von Zwischenfällen berichtet hatte.

16.12 Uhr: Der Protestmarsch setzt sich wieder in Bewegung. Das berichtet die Gruppierung „no future“. Die Lage scheint sich zu beruhigen. Zuvor teilte die Polizei München bei Twitter mit: „Aus polizeilicher Sicht spricht nichts dagegen, weiter auf der geplanten Aufzugstrecke zu gehen.“

16.05 Uhr: Während der Demonstrationszug nach wie vor zu stehen scheint, wurde die Radsternfahrt vor Kurzem mehreren tausend Teilnehmenden beendet, wie die Polizei München mitteilt. „Wir wünschen eine gute und sichere Heimfahrt“, twittert die Polizei. Doch vorher steht für die Teilnehmer der Sternfahrt noch die Abschlusskundgebung auf der Theresienwiese auf dem Programm. Der BUND Naturschutz Bayern berichtet von rund 25.000 Menschen, die vor Ort sein sollen.

IAA-Protestmarsch in München: Die Polizei schreitet mit Schlagstock und Pfefferspray ein

15:40 Uhr: Jetzt eskaliert die Demonstration offenbar erstmals. Wie mehrere Twitter-Videos zeigen, drängten die Demonstranten gegen die Polizei. Die drängt die Menschenmenge zurück und benutzt dabei Schlagstock und Pfefferspray. Mittlerweile sind mehrere Menschen auf Bäume geklettert. Auch im Bereich um den U-Bahnhof Königsplatz schreitet die Polizei ein. Hubschrauber kreisen über der Landeshauptstadt. Wird die Demonstration bald aufgelöst?

15.21 Uhr: Auch in der Prinzregentenstraße spielen sich nach Informationen von Merkur.de kuriose Szenen ab: Inmitten vieler Fahrradfahrer, die in Polizeibegleitung gegen die Automesse IAA protestieren, steht vor dem Haus der Kunst ein SUV auf der Straße. Die Fahrradfahrer scheinen das Hindernis gelassen zu nehmen.

15.13 Uhr: Tumultartige Szenen mitten im Münchner Stadtzentrum. Zwei Aktivisten des Demonstrationszugs sind auf Bäume geklettert. Die Polizei greift ein. Laut Bild-Reporter Keim kommen dabei Pfefferspray und Schlagstock zum Einsatz.

15.08 Uhr: Weiter geht es. Die Demo bewegt sich wieder. Das Bündnis „umsGanze“ schreibt bei Twitter derweil von Polizeiangriffen auf Aktivisten aus dem antikapitalistischen Block.

Auch bei der Protest-Sternfahrt geht es weiter voran – wesentlich entspannter als in der Münchner Innenstadt. In einem Video aus Germering (Landkreis Fürstenfeldbruck) sieht man, wie sich die Teilnehmer aus Augsburg und Herrsching zusammengetan haben. Gemeinsam geht es weiter in Richtung München.

14.40 Uhr: In der Paul-Heyse-Straße zünden einzelne Demonstranten Pyrotechnik. Über dem Protestmarsch hängt eine lila Rauchwolke. Bei Twitter laden mehrere Gruppierungen Bilder davon hoch. Unter einem heißt es: „Gute Stimmung im Block, Cops Not amused.“ Das teilt das Bündnis „no future“ mit. Zwischen den beiden Blocks „SandImGetriebe“ und „smashIAA“ ziehen sich die Polizisten ihre Helme an, berichtet ein Teilnehmer der Demonstration bei Twitter. Die Polizei hat den Demonstrationszug laut Bild-Reporter Karl Keim nach dem Zünden der Rauchbombe gestoppt.

14.11 Uhr: Der Protestmarsch ist nun auf dem Weg in die Innenstadt. Entlang der Route kommt es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Bündnisse „Sand im Getriebe“, „umsGanze“ und „No Future für IAA“ bilden einen eigenen Block mit “weit über 1.000 Demonstrant*innen“, wie „No Future für IAA“ bei Twitter schreibt. „umsGanze“ moniert derweil: „Bullen filmen im antikapitalistischen Block. Lasst das Filmen sein! Gegen die Kriminalisierung von klimapolitischen Protesten!“ Ein Teilnehmer der Demonstration schreibt via Twitter, es liege „Spannung in der Luft“.

13.46 Uhr: Während sich der Protestzug von der Theresienwiese aus in Richtung Bahnhof in Bewegung setzt, steuern die ersten Teilnehmer der Demo-Sternfahrt auf den Oktoberfest-Platz zu. „Die Radsternfahrt ist in vollem Gange und die Teilnehmenden sind aktuell auf verschiedenen großen Zufahrtsstraßen stadteinwärts Richtung Theresienwiese unterwegs. Unsere Verkehrspolizei ist mit dabei und sorgt für einen sicheren Ablauf“, schreibt die Polizei München bei Twitter.

13.28 Uhr: Unionskanzlerkandidat Armin Laschet* hat kein Verständnis für die Proteste gegen die Automesse IAA Mobility in München. „Das ist die grünste IAA, die es je gegeben hat“, sagte der CDU-Chef am Samstag auf dem Parteitag der Schwesterpartei CSU in Nürnberg*. Noch nie sei so viel von Klimaneutralität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz die Rede gewesen. „Dass man dagegen noch demonstriert, Straßen blockiert und den Kampf gegen diese Industrie führt, zeigt: Manchen geht es nicht um Umweltschutz, sondern um Systemveränderung.“

Auf der Theresienwiese hat der vierte Redner der Auftaktkundgebung, Christoph Bautz von der Bürgerbewegung „Campact“, eine andere Meinung und schickt Laschet laut SZ die Retourkutsche: „Die Autohersteller haben nicht verstanden, dass die Antwort auf die Klimakrise nicht die Antriebswende ist.“ Vielmehr brauche man eine Verkehrswende. Armin Laschet – und auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz – seien „Klimabremser, die in zwei Wochen abgewählt werden müssen.“

IAA-Großdemo setzt sich in Bewegung: Das ist die Route

13.02 Uhr: Die IAA-Proteste steuern auf ihren zahlenmäßigen Höhepunkt zu. Neben der Fahrrad-Demo setzt sich in diesen Minuten ein Demonstrationszug von der Theresienwiese aus in Bewegung. Geplant ist eine weitläufige Runde um den Hauptbahnhof, auch der Königsplatz steht auf der Route.

Folgende Plätze und Straßen wollen die Demonstranten ablaufen: Theresienwiese –  Esperantoplatz – Schubertstraße – Kaiser-Ludwig-Platz – Herzog-Heinrich-Straße – Paul-Heyse-Straße – Paul-Heyse-Unterführung – Seidlstr. – Stiglmaierplatz – Briennerstr – Luisenstraße – Karlstraße – Augustenstraße – Dachauer Straße – Elisenstraße – Luisenstraße – Bahnhofsplatz – Bayerstraße – Goethestraße – Mozartstraße – Esperantoplatz – Bavariaring – Theresienwiese

Die Rückkehr zur Theresienwiese ist für 14.30 Uhr geplant. Dort wollen sich die Demonstranten mit den Teilnehmern der Sternfahrt und der Kinder-Radldemo zur Abschlusskundgebung um 15 Uhr vereinen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft rechnet damit, dass es bis 15 Uhr zu Behinderungen im gesamten Netz kommt. Nur die U-Bahn ist nicht betroffen. Die Polizei setzt am Samstag ihr größtes Kontingent ein. Man werde die Höchstzahl von 4500 Kollegen erreichen, sagte ein Polizeisprecher am Vormittag. Bei den Demonstrationen werden Zehntausende Teilnehmer erwartet. Auf der Theresienwiese, wo die Kundgebungen enden sollen, standen am Vormittag Dutzende Polizeibusse.

11.59 Uhr: Die Münchner Polizei hat einen Sicherheitshinweis für die Teilnehmer an der Radl-Demo veröffentlicht: „Bitte achtet heute beim Radfahren insbesondere auf die Trambahnschienen. Wegen des Regens können diese besonders glatt sein“, schreibt die Polizei auf Twitter. Für das Wochenende wurde immer wieder Regen angekündigt*.

11.52 Uhr: Die Aktivisten von Robin Wood haben am Vormittag am Wittelsbacher Platz ein Transparent Robin Wood“ ein Transparent aufgehängt: „Mit Vollgas in die Klimakrise? CARpitalismus abwracken“ steht auf dem Banner vor der Siemens-Zentrale. Nach ein paar Minuten war das Transparent aber schon wieder weg. 

IAA-Demo-Sternfahrt: Das sind die Routen

11.27 Uhr: Für die Demo-Sternfahrt am Samstag hat der ADFC insgesamt elf Routen in die Landeshauptstadt geplant. Die wohl größte Kondition müssen die Demo-Teilnehmer für die Route A1 mitbringen. Vom Startpunkt in der Konrad-Adenauer-Allee in Augsburg bis in die Münchner Innenstadt sind es immerhin knapp 74 Kilometer. Die Abschlusskundgebung ist am Samstag um 15 Uhr auf der Theresienwiese geplant.

Abfahrtspunkte und Startzeiten Fahrrad-Demo im Münchner Umland

Augsburg (08.00 Uhr)

Herrsching (11.05 Uhr)

Weilheim (09.25 Uhr)

Geretsried (10.45)

Petershausen (10.10 Uhr)

Neufahrn (09.55 Uhr)

Freising (10.20 Uhr)

Erding (10.30 Uhr)

Grafing (11.05 Uhr)

Rosenheim (08.55 Uhr)

Holzkirchen (11.25 Uhr)

10.42 Uhr: Wegen der Demonstrationen dürfte es am Samstag in der Münchner Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen kommen. Neben der Fußdemo ist auch eine Fahrradsternfahrt geplant. Innerhalb der Innenstadt hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) vier Abfahrtspunkte geplant. Start ist jeweils um 13 Uhr.

Abfahrtspunkte und Startzeiten Fahrrad-Demo in München

Olympiapark, Parkharfe (13.05 Uhr)

Studentenstadt, Park + Ride Parkplatz, Ungererstraße 214 (13.10 Uhr)

Ostbahnhof, Trausnitzstraße (13 Uhr)

Westpark, Parkplatz am Rosengarten, Westendstraße (13.35 Uhr)

07.59 Uhr: Bei der Automesse IAA Mobility* in München geht es am Wochenende auf die Zielgerade - und wieder werden Proteste erwartet. Geplant ist etwa eine Fahrradsternfahrt mit bis zu 35.000 Teilnehmern und eine Demonstration mit bis zu 10.000 Teilnehmern. Eine Abschlusskundgebung soll ab 15 Uhr in der Münchner Innenstadt auf der Theresienwiese stattfinden. Die Erfahrung zeige aber, dass es auch jenseits der angemeldeten Proteste Störaktionen geben könne, sagte ein Polizeisprecher mit Blick auf den Samstag. Die Messe endet am Sonntag.

An der Fahrradsternfahrt, die am Samstagmittag beginnt, sind etwa der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Verkehrsclub Deutschland und die Umweltorganisation Greenpeace beteiligt. Die Polizei erwartet entsprechend starke Verkehrsbeeinträchtigungen. Das Aktionsbündnis „Sand im Getriebe“ rief zu einer „Massenaktion zivilen Ungehorsams“ auf.

IAA in München von Protesten begleitet: Polizei verteidigt Einsatzkonzept

Schon am Freitag war es in der bayerischen Landeshauptstadt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei* gekommen. Die Beamten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Demonstranten ein. Die IAA-Gegner besetzten außerdem ein Haus, das wieder geräumt wurde, demonstrierten auf mehreren Aktionsflächen der Automesse in der Innenstadt und blockierten zeitweise eine Autobahn. Zudem wurde unter anderem das Haus des VW-Chefs im Glockenbachviertel beschmiert*. 

Die Polizei, die zur Messe mit bis zu 4500 Beamten im Einsatz ist, verteidigte ihr Einsatzkonzept. Es sei richtig, „niederschwellig sowohl Kontrollen durchzuführen als auch hier mit starken Kräften vor Ort zu sein“, sagte ein Sprecher. Klimaaktivisten kritisierten dagegen das Vorgehen* und sprachen von „massiver Gewalt“, von der man sich nicht einschüchtern lassen wolle.

IAA in München: Immer wieder Proteste in der Stadt - Raddemo am Samstag geplant

Bereits in den Tagen zuvor hatte es teils spektakuläre Proteste gegeben. Zum Messestart am Dienstag seilten sich Umweltaktivisten von Autobahnbrücken rund um München ab* und legten den Verkehr rund um die Stadt für längere Zeit lahm.

Die Umweltorganisationen, die zu den Demonstrationen aufgerufen haben, kritisieren die IAA als Ort, an dem sich Politik und Wirtschaft träfen, „um ihr Image aufzupolieren“. Bereits bei der vorigen IAA im Jahr 2019 war es zu massiven Protesten gekommen. Die Vorsitzende des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, forderte die Demonstranten am Donnerstag zum Dialog auf. (dpa/AFP/cibo/utz) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © ALEXANDER POHL via www.imago-images.de

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