Wie Tooz an schlauen Brillen forscht

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Erstmals präsentiert hat tooz Technologies seine Entwicklung im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) 2016 in den USA.
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Gemeinsam mit der Telekom hat Zeiss die Firma Tooz gegründet. Die erforscht gemeinsam mit dem EKZ sogenannte „Smart Glasses“, Datenbrillen, die bald in Serie gehen könnten.

Aalen/Dresden

Das Mobiltelefon ist bereits seit fast zwei Jahrzehnten ein immer leistungsstärkerer Mini-Computer. Seit einigen Jahren wiederum rückt auch die Brille in den Fokus der Technologieindustrie. Um hier die Forschung voranzutreiben hat Zeiss gemeinsam mit der Telekom das Unternehmen Tooz gegründet. Die Aalener Firma erforscht gemeinsam mit dem Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit der TU Dresden und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, wie man diesen kontextsensitiven Brillen im klinischen Alltag einsetzen kann.

Im Rahmen des Forschungsprojekts soll am Campus in Dresden ein System entwickelt werden, das dem Klinikpersonal medizinische Daten digital und mobil via Smart Glasses zur Verfügung stellt. Der Clou: Die smarten Brillen sind dabei keine typischen, oftmals schweren und unhandlichen Augmented-Reality-Brillen, sondern integrieren das komplexe optische System nahezu unsichtbar in die Form einer normalen Brille.

Dazu verbindet sich die Brille per Bluetooth mit einem informationsgebenden Gerät, z.B. einem Tablet. So übertragt die Datenbrille von Tooz Inhalte diskret in das Sichtfeld des Trägers. Die Sehkorrektur, der eigentliche Nutzen einer Brille, wird durch diese Funktion erweitert. Das Herzstück der Lösung bildet das optische System, das mit mehreren refraktiven und reflektiven Freiformflächen einen so genannten „Waveguide“ enthält. Mithilfe dieser Flächen wird das virtuelle Bild, das durch ein im rechten Bügel verbautes Display generiert wird, auf die Netzhaut des Trägers projiziert.

In naher Zukunft soll diese Optik nicht mehr als Prototyp, sondern als Serienprodukt mit Sehstärke erhältlich sein. Die „Tooz Smart Glasses“ sollen nicht nur durch das optische System überzeugen, sondern auch durch einen attraktiven Formfaktor: Da die Optiken in verschiedenste Formen zugeschnitten und eingefasst werden können, sind unterschiedlichste Rahmendesigns und Passformen, ähnlich wie bei normalen Korrekturbrillen, möglich. Die Datenbrille lässt sich so nicht nur im Gesundheitssektor und in der Industrie anwenden, sondern auch als Lifestyle-Produkt im täglichen Leben. Der Hintergrund des Projekts mit der TU Dresden und dem EKFZ ist wiederum ein sehr praktischer: Obwohl immer mehr medizinische Daten existieren, beispielsweise in Form digitaler Patientenakten, ist der Zugriff a

f relevante Informationen im klinischen Alltag oftmals räumlich und technisch begrenzt. Durch den Einsatz von Datenbrillen im Gesundheitswesen soll zukünftig die Versorgungsqualität und Patientensicherheit erhöht sowie die Belastung der hierin beschäftigten Personen verringert werden.

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Softwaretechnologie der TU Dresden und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus erforscht das EKFZ für Digitale Gesundheit Anwendungsmöglichkeiten von Smart Glasses bei der täglichen Arztvisite. Ziel des Forschungsprojekts ist es, eine Kommunikationsplattform zu entwickeln, die den Träger zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den relevanten Informationen zum Patienten versorgt. Dabei werden die besonderen Anforderungen hinsichtlich des Datenschutzes und regulatorischer Vorgaben.

Apple und die smarten Brillen

Erstmals präsentiert hat tooz Technologies seine Entwicklung im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) 2016 in den USA. Mit einem Developer Kit will das Unternehmen seit Ende 2020 die internationale Software-Entwickler-Community ansprechen. Ziel ist es, Anwendungsfelder möglichst breit zu erforschen und Feedback für die letzte Phase des Produktentwicklungsprozesses zu erhalten. Bisher ist die Datenbrille in China auf dem Markt, im Mai 2021 wird das Developer Kit auch nach Europa kommen.

Erst im Jahr 2020 Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühling in solch Freund!

Die Aalener Firma erforscht gemeinsam mit dem Else Kröner Fresenius Zentrum.“

Jörg Schönenborn

ZDF-Moderator

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