Casino, Banken und Co.: So ändern sich Jobprofile durch die Digitalisierung

  • Abbildung 1: Die Digitalisierung sorgt dafür, dass sich viele Jobprofile deutlich verändern könnten. Zudem kommt es auch zu großen Umwälzungen.
  • Abbildung 2: die gesamte Logistikbranche könnte sich durch Automatisierung bei der Paketzustellung verändern.

Bereits jetzt sind die Würfel gefallen und die Arbeitswelt hat durch die Digitalisierung einen erheblichen Wandel erlebt. In einigen Branchen gibt es massive Änderungen, die natürlich auch den Wegfall von Arbeitsplätzen bedeuten. Natürlich werden gleichfalls Jobs geschaffen, doch entstammen sie wiederum Bereichen, die für diejenigen, die durch die Digitalisierung arbeitslos werden, oft nicht geeignet sind. In anderen Fällen bedingt die Digitalisierung zwar den Abbau von Arbeitsplätzen in einem Bereich, doch können die Arbeitnehmer teils gar umschulen und in ihrem alten Job digital arbeiten. Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Casinos: Online wird die Konkurrenz immer größer
Online-Casinos sind im Kommen und sollte es deutschlandweit eine exakte Regelung und Lizenzvergabe geben, dürfte die Anzahl der deutschen Online-Casinos sogar noch zunehmen. Hieraus ergeben sich Schattenseiten, aber zugleich auch Chancen:

  • Mangelnde Besucher – ist das Casino daheim selbst in der Badewanne besuchbar, kann es schon geschehen, dass immer weniger Spieler das örtliche Casino aufsuchen. Klassische Spielbanken, die für viele Menschen als Event gelten und somit eine besondere Anziehungskraft haben, sind davon vermutlich weniger betroffen, als die kleinen Spielhallen und städtischen Casinos auf wenigen Quadratmetern.
  • Jobabbau – müssen Spielhallen und Casinos geschlossen werden, gehen gewiss Arbeitsplätze verloren. Die Frage ist, wie umfangreich der Arbeitsplatz in einem Casino gehalten war, denn umso abwechslungsreicher und umfangreicher dieser war, desto leichter haben es Kräfte, an anderer Stelle in einer anderen Branche einen Job zu finden.

Das sind die Schattenseiten, die jedoch durchaus aufgefangen werden könnten, wenn es in Deutschland endlich eine Regelung geben würde:

  • Umsteigen – Casinobetreiber könnten, wie auch Spielbanken, ihre eigenen Online-Casinos ins Rennen schicken. Diese ließen sich mitunter gar zu Werbezwecken nutzen, beispielsweise, indem es Live-Spiele aus der Spielbank gibt. Die dort gezeigte Atmosphäre könnte reine Onlinespieler dazu verlocken, die echte Spielbank zu besuchen.
  • Arbeitsplätze – wegfallende Arbeitsplätze im Casino könnten mit neuen Jobs im Online-Casino aufgefangen werden. Ob Support, Unterstützung oder auch im Hintergrund im Backoffice – viele Mitarbeiter könnten so anderweitig weiterbeschäftigt werden, teils gar von zu Hause aus.

Für diese Lösungen muss es jedoch zuerst eine Regelung geben, die es Betreibern erlaubt, ein in Deutschland ansässiges Online-Casino zu betreiben. Aktuell vergibt nur Schleswig-Holstein Lizenzen und diese Angebote sind nur für Personen aus dem Bundesland zugänglich.

Übrigens: Wer sich selbst für Online-Casinos interessiert, sollte die einzelnen Anbieter vorher auf entsprechenden Portalen wie nachgefragt.net genau checken, um am Ende das bestmögliche Spielerlebnis zu erhalten.

Banken und Versicherungen: stark betroffene Branchen
Wann war das letzte Mal, dass man selbst den normalen Schalter in einer Bank besucht hat? Oder sich vor Ort über Versicherungen hat beraten lassen? Das Internet macht den Banken und Versicherungen deutlich zu schaffen. Wer genauer überlegt, dem vermutlich sogar aufgefallen sein, dass die vielen kleinen Versicherungsmakler kaum noch das örtliche Bild des Stadtteils prägen. Wobei gerade bezüglich der Banken auch gesagt werden muss, dass diese den Kunden verstärkt zum Internetbanking treiben, damit immer weniger echte Filialen notwendig sind. Generell gilt:

  • Automatisierung – das Problem rund um Banken ist, dass viele Prozesse perfekt automatisiert werden können. Sicherlich haben die Banken diese Vorgänge aus Kostengründen auch zusätzlich beschleunigt, beispielsweise durch die Verteuerung von Papierüberweisungen.
  • Bankgeschäfte – sie können längst völlig bequem online erledigt werden. Selbst Kredite werden immer häufiger rein über das Internet erfragt, geprüft und vergeben. Daraus resultiert natürlich, dass immer weniger Filialen und somit Mitarbeiter benötigt werden.
  • Versicherungen – bei ihnen gelten ähnliche Voraussetzungen, zumindest in der Beziehung völlig simpler Versicherungstypen wie der Kfz-Versicherung, Haftpflicht- oder Hausratversicherungen. Die »Beratungen« lassen sich perfekt automatisieren und digital durchführen.
  • Makler – Versicherungsmakler sind durch das Internet quasi obsolet geworden. Versicherungsnehmer können die Vergleiche bequem von zu Hause aus durchführen, ohne dabei, wie bei einigen Maklern üblich, auf bestimmte Versicherungen beschränkt zu sein.

Auch die Verwaltungsaufgaben lassen sich gut automatisieren. Sicherlich werden weiterhin Angestellte für das Backoffice benötigt, doch zumeist befinden sich diese Arbeitsplätze in der Zentrale.

Weitere Branchen mit großen Umwälzungen
Die meisten Branchen, die Bereiche aufweisen, die über eine Dateneingabe oder über einfache Auswertung funktionieren, werden zumindest Stellen abbauen. Zwar werden weiterhin menschliche Augen zur Prüfung benötigt, doch sind das nur wenige Arbeitsplätze. Und welche Branchen oder Berufe trifft das?

  • Empfang – die klassische »Empfangsdame« in Büros oder Unternehmen könnte durch intelligente Computerprogramme ersetzt werden. Dies trifft insbesondere auf die Telefonzentrale zu, die ohnehin in großen Unternehmen schon automatisiert wird.
  • Steuer/Recht – ob beim Steuerberater oder in der Rechtsanwaltskanzlei: Die typischen Tätigkeiten, neue Klienten in die Datei aufzunehmen und viele der einfachsten Post- und Schreibtätigkeiten könnten durchaus digitalisiert werden. Das trifft insbesondere zu, wenn auch der Postverkehr digitalisiert wird. Programme können entscheiden, ob ein Schreiben zur Kenntnisnahme herausgeht, ob ein Termin vereinbart werden muss oder ob der Klient Unterlagen einreichen muss.
  • Industrie – schon bezüglich der Autoindustrie wird es immer wieder genannt. Bereits für den Bau von Elektroautos sind weniger Angestellte notwendig, da viele Tätigkeiten automatisiert erfolgen. Dies trifft auf viele industrielle Bereiche zu. Um so präziser Arbeitsschritte erfolgen müssen, umso höher der Zeitdruck ist, desto eher kommen Maschinen zum Einsatz.
  • Lager – voll automatisierte Lager gibt es bereits und sie werden sich in der Zukunft noch weiter durchsetzen.

In den meisten Fällen ist es so, dass die »einfachen« Tätigkeiten entfallen. Genau dies stellt die Gesellschaft aber vor eine Aufgabe, denn viele der Arbeitnehmer können nicht schnell auf hochkomplexe Berufe der Digitalisierung umgeschult werden.

Fazit - auch die Chancen erkennen
Die Digitalisierung hat Schattenseiten. Durch den Wegfall von relativ einfachen Tätigkeiten werden oft die Menschen arbeitslos, die es auf dem sogenannten »ersten Arbeitsmarkt« oder »Fachkräftemarkt« schwer haben. Die erste Aufgabe muss also lauten, Lösungen für diese Personen zu finden. Dennoch darf nicht missachtet werden, dass der Wandel auch neue Arbeitsplätze und ganz neue Berufe mit sich bringt. Wäre Deutschland bezüglich der Lizenzierung von Online-Casinos schon weiter, wäre es durchaus denkbar, dass sich hier schon neue Arbeitsfelder ergeben hätten. Zumal viele Casinos vermutlich selbst daran interessiert wären, ihre Mitarbeiter aus dem Offline-Bereich ins Onlinegeschäft zu übernehmen oder aber die beiden Bereiche gemeinsam zu führen.

Bidlquelle
Abbildung 1: @Markus Spiske / Unsplash.com
Abbildung 2: @Bench Accounting / Unsplash.com

© Schwäbische Post 30.08.2019 09:25
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