Der Online-Gaming Sektor wächst weiter – und Deutschland ist ganz vorne mit dabei

Das Wachstum der Spielebranche scheint nicht aufzuhalten zu sein. Jahr für Jahr geben die Deutschen mehr Geld für Computerspiele und die entsprechende Hardware aus. In immer größerer Vielfalt kommen neue Angebote auf den Markt. Noch vor wenigen Jahren kämpften nur PCs und Spielekonsolen wie die PlayStation um die größte Beliebtheit bei den Gamern. Doch heute hat sich längst eine neue Plattform etabliert: das mobile Gaming. Durch diese Entwicklung hat praktisch jedermann Zugang zu Spielen, egal wo er gerade ist. Außerdem hat sich ein großer Teil des Spielgeschehens ins World Wide Web verlagert. Das ist nicht zuletzt der besseren Verfügbarkeit von mobilem Internet zu verdanken.

Gaming ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Durch den Trend zum Mobile Gaming ist das Computerspiel auch endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Während früher in erster Linie junge Männer vor dem Bildschirm zu finden waren, hat sich das Geschlechterverhältnis angepasst. Am Smartphone haben Frauen die Männer mittlerweile sogar überholt. Und auch ältere Jahrgänge finden sich mittlerweile vermehrt in der Gaming-Community. Denn wer Ende der 80er Jahre seine erste Spielekonsole auspackte, der könnte sich heute schon langsam dem Rentenalter nähern. Die Beliebtheit des Mobile Gaming hält sich bei dieser Zielgruppe aber in Grenzen, sie bleibt eher Tastatur und Joystick treu.

Neue Treiber für die Entwicklung

Die Entwicklungen auf dem Spielemarkt haben mit den technischen Entwicklungen der neueren Zeit Schritt gehalten. Während in Zeiten des 56k-Modems das Geschehen in erster Linie auf dem Endgerät stattfand, hat es sich heute auf das Internet verlagert. Auf den Spielekonsolen sind deshalb vor allem Multiplayer-Spiele beliebt geworden, bei denen die Teilnehmer gegeneinander antreten und sich über eine Chatfunktion unterhalten können. Am PC hat das Online-Glücksspiel eine rasante Entwicklung durchgemacht und sich innerhalb von wenigen Jahren als feste Größe etabliert. Und auf mobilen Geräten zählen Social-Network-Games zu den populärsten Bereichen. Sie binden das soziale Netzwerk des Spielers in das Spielgeschehen ein, etwa indem Erfolge mit Freunden geteilt werden können.

Mikrotransaktionen weiter auf dem Vormarsch

Neben dem Gameplay hat sich auch das Geschäftsmodell der meisten Spieleentwickler grundlegend geändert. Die Einnahmen durch den Verkauf des Spiels oder durch Abogebühren für die Nutzung des Onlinedienstes sind in den Hintergrund getreten. Viele Spiele sind mittlerweile sogar völlig kostenlos verfügbar. Grund hierfür sind die sogenannten Mikrotransaktionen. Durch sie kann der Spieler gegen kleine Geldbeträge besondere Ausrüstungsgegenstände, zusätzliche Fähigkeiten oder die virtuelle Währung des Spiels erwerben kann. Von Spielerseite wird diese Praxis zwar häufig kritisiert, klar ist aber: Beim Entwickler lässt sie die Kasse klingeln.

Es kommen also nicht alle Neuerungen in der Gaming-Community gut an. Trotzdem lässt sich feststellen, dass die Vielfalt der verfügbaren Spielevarianten deutlich gestiegen ist. So wird eine deutlich breitere Zielgruppe angesprochen. Auch die Beliebtheit der Esports zeigt, dass Videospiele weiterhin ein großes Begeisterungspotenzial besitzen. Und die zukünftige Entwicklung bleibt spannend: Es ist zwar noch unklar, ob Technologien wie Virtual Reality oder 3D-Gaming jemals aus ihrem Nischendasein herauswachsen werden. Die ständige Weiterentwicklung der Hardware wird aber mit der Zeit immer bessere Grafiken und vielleicht auch ganz neue Spielkonzepte ermöglichen. Es ist daher zu erwarten, dass das Wachstum sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

Bildquelle: Pixabay user:ChristianaT

© Schwäbische Post 27.02.2019 10:06
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