Wertpapier-Trading als beliebter Nebenerwerb

Günstige Online-Broker boomen; immer mehr Menschen beschäftigen sich privat mit dem Thema Trading. Wer ein Händchen für Wertpapiergeschäfte hat, kann aus einem Hobby eine nebenberufliche Einnahmequelle machen. Vor allem für Studenten, junge Arbeitnehmer oder Freiberufler ist der Handel mit Wertpapieren als selbstständiger Trader ein mitunter lukrativer Nebenerwerb. Doch wer erwägt, sich als Trader im außerbörslichen Direkthandel selbstständig zu machen, sollte sich vorab auch mit Aspekten wie Gewinnversteuerung und möglichen Risiken beschäftigen.

Vom Hobby zum Beruf: Der Weg in die Selbstständigkeit im Aktienhandel

Viele Trader, die sich mit dem Wertpapierhandel selbstständig gemacht haben, fanden über die private Begeisterung für das Thema Börse und Aktienhandel zu ihrem (Neben-)Erwerb. Heutzutage machen Online-Broker wie Flatex den Einstieg in den außerbörslichen Direkthandel auch besonders leicht. Wenn der Spaß am Handel mit Aktien oder die Spekulation mit Währungen auf dem Devisenmarkt zudem erste Gewinne abwirft, liegt die Idee nahe, die Freizeitbeschäftigung zum Beruf zu machen. Doch um als selbstständiger Trader erfolgreich zu sein, braucht es mehr als Begeisterung und Branchenkenntnis. Nur, wer sich dem Thema ernsthaft widmet und diszipliniert arbeitet, kann im privaten Handel mit Wertpapieren dauerhaft erfolgreich sein. Selbstständige Trader müssen sich auch über steuerliche Verpflichtungen und eventuelle Risiken im Klaren sein.

Nur die wenigsten privaten Trader arbeiten hauptberuflich selbstständig

Neben klassischen Aktien erfreuen sich bei den privaten Tradern in Deutschland CFDs - Contracts for Difference oder Differenzkontrakte - besonderer Beliebtheit. Es handelt es sich dabei, vereinfacht ausgedrückt, um Wetten auf die Kursentwicklung beispielsweise einer Währung. Entscheidend ist die Differenz zwischen dem Ausgangskurswert und dem Kurswert zu einem späteren Zeitpunkt.

Laut einer 2017 durchgeführten Marktstudie des CFD-Verbandes (PDF) beschäftigt sich der durchschnittliche CFD-Anleger in Deutschland täglich mit seiner Geldanlage. Das durchschnittliche verfügbare Vermögen beträgt 50.000 bis 150.000 Euro. Über 92 Prozent der privaten Trader sind männlich, das Durchschnittsalter liegt bei 47 Jahren. Laut des deutschen CFD-Verbands traden jedoch nur 4,2 Prozent der befragten Anleger als Profi-Trader. Für die meisten ist Trading lediglich eine lukrative Kapitalanlage und dient nicht in vollem Umfang der Erwirtschaftung des eigenen Lebensunterhalts.

Eine tragfähige Selbstständigkeit als Trader will genau geplant sein

Wer mit dem Gedanken spielt, sich als Trader selbstständig zu machen und von dem erwirtschafteten Gewinn zu leben, sollte seine Existenzgründung professionell planen.

Ein sorgfältig geführtes Trading Journal, das alle Handelsumsätze und Positionen genau aufführt, hilft, die Rendite im Blick zu behalten. Auch das Thema Steuern und Pflichtabgaben spielt für den Erfolg als selbstständiger Trader eine wichtige Rolle. Neben der Einkommensteuer, die auf den erwirtschafteten Gewinn erhoben wird, fällt ab einer Umsatzsumme von 17.500 Euro im Vorjahr bzw. einem voraussichtlichen Umsatz über 50.000 Euro auch die sogenannte Umsatzsteuer an. Zudem müssen entsprechende Sozialversicherungsabgaben berücksichtigt werden. Die Überlegung, mit dem Aktienhandel den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, bedarf daher einer eingehenden Planung. Der Schritt in die Selbstständigkeit sollte also nicht bloß aus einer Laune heraus umgesetzt werden.

Bild von Ahmad Ardity auf Pixabay

© Schwäbische Post 11.09.2019 15:34
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