Wie die aktuelle Produktionsrezession in Deutschland den Euro beeinflusst

Die deutsche Wirtschaft befindet sich aktuell im tiefsten Loch seit einigen Jahren. Die Produktion stockt und führt zu fallenden Bilanzen allerorten. Hierbei handelt es sich um ein großes Problem, da Deutschland die größte  Wirtschaft innerhalb Europas darstellt. Entsprechend besitzen die aktuellen Zahlen ebenfalls einen Einfluss auf  die weitere Entwicklung des Euros, der sich angesichts von Krisensituationen wie dem Coronavirus und Brexit  ohnehin in Schwierigkeiten befindet.

Automobilindustrie geht mit Problemen voran

Die deutsche Produktion befindet sich in ihrer schwierigsten Phase seit Jahren. Nachdem sie im abgelaufenen  Wirtschaftsjahr 2019 um rund 2 Prozent fiel, erwarten die Experten in diesem Jahr ähnliche Resultate. Die  derzeitige Entwicklung hat verschiedene Gründe, die vielseitig gelagert sind. Eine besondere in der Krise  befindliche Branche ist die Automobilindustrie. Diese hat bereits seit 2018 mit fallender Nachfrage zu kämpfen,  die auch durch Sonderaktionen nicht aufgebessert werden kann. Erklären lässt sich der Rückgang unter anderem durch die Diskussion rund um die Emissionen und eine nachhaltigere Gesellschaft. Die Alternative hierzu wären  Elektro- sowie Hybridautos, die allerdings von den etablierten Herstellern kaum bzw. überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Auch Carsharing wurde in den letzten Monaten zu einem immer öfter genutzten Konzept. 2019 waren fast 2,5 Millionen Menschen in Deutschland für ein solches Angebot registriert.

Infolge der weiter anhaltenden Krise zeigte sich auch der Euro nicht allzu stabil, was zu Verlusten bei vielen Anlegern führte. Aktuell befindet sich die Währung auf ihrem niedrigsten Kurs seit Sommer 2017. Anfang Februar 2018 war ein Euro noch 1,25 US-Dollar wert. Mittlerweile sind es noch 1,13 US-Dollar. Immerhin der Trend der letzten Tage war positiv, befand sich der Kurs doch zwischendurch noch bei 1,08 US-Dollar. Für Händler ist es deshalb umso wichtiger, alle aktuellen Trends in der Eurozone genau im Auge zu behalten, um ihr Trading mit einem Gewinn abzuschließen. Aus diesem Grund setzen auch immer mehr erfahrene Händler auf Tools wie ein Trading Demokonto, da sie damit Strategien hinsichtlich der Reaktion auf veränderte Marktbedingungen oder aber neue Märkte testen können. Ein solches Konto beinhaltet außerdem lediglich virtuelles Guthaben und hat damit keinerlei Einfluss auf das reale Geld.

Auch andere Ereignisse bringen Euro in Bedrängnis

Neben der Automobilbranche und gesamten Produktionsschwäche bringen den Euro auch noch andere Faktoren stark in Bedrängnis. So ist hier der Fakt zu nennen, dass nicht nur Deutschland mit Problemen zu kämpfen hat, sondern diese gleichfalls die zweite wirtschaftlich wichtige EU-Nation Frankreich treffen. Dort hatten landesweite Streiks die geschwächten Produktionszahlen seit langer Zeit zur Folge, weil Lieferketten abgebrochen wurden. Ein zusätzlicher Problemfall in der Europäischen Union war der Austritt Großbritanniens aus der EU, dessen wirtschaftliche Folgen erst im Verlauf des Jahres deutlich werden, doch schon jetzt für weitere Unsicherheit sorgen.

Unsicherheit in Deutschland ist auch ein gutes Stichwort, wenn die Rede vom Coronavirus ist. Dieser breitet sich langsam, aber sicher aus und führte am 9. März 2020 zum bislang größten Börsensturz seit Beginn der Krise. Mit zunehmenden Infektionszahlen in Europa, Absagen von Großveranstaltungen und Co. ist auch der Euro an die Unsicherheit der Händler gebunden. Es ist fraglich, wie sich diese Situation weiter verändern wird, doch es scheint offensichtlich, dass  vonseiten des Bundes früher oder später Investitionen folgen müssen, um diesem Trend entgegenzuwirken.

Bilder: pixapay

© Schwäbische Post 01.04.2020 13:16
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