Deutschland als lachender Dritter

Der Konflikt zwischen China und den USA nützt Europa. Eine Ifo-Studie präsentiert eine Modellrechnung.
Deutschland könnte von dem amerikanisch-chinesischen Zollkrieg profitieren: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Münchner Ifo-Instituts. „Die EU-Staaten könnten bei zusätzlichen US-Zöllen auf China-Importe mehr in die USA exportieren“, erklärte die Wirtschaftsforscherin Marina Steininger. Sollten die USA 10 Prozent Zoll auf weitere Importe im Wert von 300 Mrd. Dollar (rund 268 Mio. EUR) erheben, könnte Deutschland 94 Mio. EUR mehr einnehmen, die EU insgesamt 1,5 Mrd. EUR. Sollte China im Gegenzug seine Zölle auf US-Importe um 10 Prozent erhöhen, würden Deutschland und die EU „als lachender Dritter stärker profitieren“: Die Mehreinnahmen für Deutschland stiegen der Ifo-Studie zufolge dann auf 323 Mio., die der EU auf 1,7 Mrd. EUR.

Dagegen würde ein solcher Zollkrieg die USA umgerechnet 1,5 Mrd., China sogar 21,6 Mrd. EUR kosten, rechneten die Ifo-Foscher vor. Zudem hätte der Konflikt auch „schädliche Nebenwirkungen für alle, weil er das Vertrauen von Investoren und Konsumenten weltweit bei ohnehin fragiler globaler Konjunktur weiter schwächt“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Erst am Montag hatte das IfoInstitut ein deutlich schwächeres Wachstum des Welthandels erwartet und als Hintergrund den Handelskonflikt genannt. dpa
© Südwest Presse 14.08.2019 07:45
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