Kommentar Simone Dürmuth zum Mittelstand in der Corona-Zeit

Gut aufgestellt durch Krisen

  • Simone Dürmuth Foto: Marc Hörger
Auch an Trumpf gehen die Corona-Krise und der Umbruch in der Automobilindustrie nicht spurlos vorüber: Umsatz und Auftragseingang haben im vergangenen Geschäftsjahr gelitten, Einschnitte waren notwendig. Doch entschlossenes Handeln konnte den Schaden begrenzen, die Ebit-Rendite liegt nur wenig unter dem Vorjahresniveau, die Mitarbeiter erhalten auch in diesem Jahr Boni und Gewinnbeteiligungen.

Wesentlich dazu beigetragen haben neue Technologien wie die EUV-Lithographie. Und schon stellt Trumpf die nächste Innovation vor: Maschinen müssen nicht mehr gekauft werden, sondern der Kunde bezahlt je gefertigtem Blechteil.

Trumpf ist damit geeignet, dem deutschen Maschinenbau Mut zu machen: Trotz Krise, ein Abflauen der Konjunktur hat sich bereits 2018 angedeutet, investiert Trumpf weiter in Forschung und Entwicklung, sucht sich immer neue Geschäftsfelder und hält damit die Abhängigkeit, zum Beispiel von der Automobilbranche oder einzelnen Märkten, in Grenzen.

Das mag nicht jedem mittelständischen Unternehmen möglich sein. Aber wer kann, sollte gerade in Krisenzeiten auf eine breite Basis an Kunden achten und auch vor Investitionen in Innovationen nicht vorschnell zurückschrecken. Sie belasten vielleicht kurzfristig die Bilanz, können aber langfristig das Überleben der Firma sichern.
© Südwest Presse 15.10.2020 07:45
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