Negative Effekte bei Übernahmen

Haben Finanzinvestoren das Sagen, verschlechtert sich laut einer Studie oft die Eigenkapitalquote.
Die Übernahme durch einen Finanzinvestor hat einer Studie zufolge häufig negative Folgen für das betroffene Unternehmen. Bei Firmen mit einer sogenannten Private-Equity-Beteiligung entwickelten sich Beschäftigung und Finanzlage schlechter als bei vergleichbaren Unternehmen ohne Finanzinvestoren, berichtete die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung.

Vor allem im Jahr der Übernahme sei die Zahl der Beschäftigten in Unternehmen mit Finanzinvestoren gesunken, danach habe sie stagniert. Nach vier Jahren habe sich die Gesamtbeschäftigung knapp 13 Prozentpunkte schlechter entwickelt als in den anderen Unternehmen.

Ähnlich sei die Entwicklung bei der Finanzlage. Vier Jahre nach dem Einstieg von Finanzinvestoren hätten die Unternehmen eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 28 Prozent aufgewiesen. Demgegenüber seien die Vergleichsunternehmen auf eine Quote von 42 Prozent gekommen. Unternehmen, die an einen weiteren Finanzinvestor weiterverkauft worden seien, hätten sogar eine Eigenkapitalquote von nur noch 15 Prozent gehabt.

Christoph Scheuplein vom Institut Arbeit und Technik (IAT) hatte für die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie 103 von Finanzinvestoren übernommene Firmen seit dem Jahr 2013 untersucht. dpa
© Südwest Presse 14.01.2021 07:45
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