Öl wird teurer, aber nicht am teuersten

Fernwärme und Erdgas kosten am meisten. In Baden-Württemberg wird häufig mit alten Ölheizungen geheizt.
  • VEH-Geschäftsführer Hans-Jürgen Funk. Foto: Mauro De Moliner
Die Zeit billigen Heizöls ist vorbei. Der Verband Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) rechnet für die nächsten Monaten mit einem Literpreis zwischen 60 und 65 Cent. Drei Gründe: Rohöl ist wieder teurer, seit Jahresanfang gibt es die CO2-Abgabe von rund 8 Cent pro Liter und die Mehrwertsteuersenkung ist vorbei. Trotzdem bleibt Heizöl nach Angaben des VEH-Geschäftsführers Hans-Jürgen Funke mit Kosten von 5,41 Cent pro Kilowattstunde nach Pellets mit 4,51 Cent die billigste Heizenergie. Erdgas komme auf 6,11 und Fernwärme auf 8,15 Cent.

Zwischen Anfang September und Ende Oktober kosteten 3000 Liter im Herbst noch etwa 1200 Euro. Jetzt sind es fast 1700 Euro, ein Anstieg von mehr als 40 Prozent. Allerdings waren es 2018 zeitweise fast 2200 Euro.

Den Händlern hatte das Preistief einen Ansturm beschert. Zum Teil mussten Kunden nach Angaben des VEH-Vorsitzenden Thomas Runkel drei Monate auf die Lieferung des bestellten Öls warten. So etwas habe es noch nie gegeben. Deutschlandweit sind 2020 rund 15,9 Millionen Tonnen Heizöl verkauft worden, fast 1 Million Tonnen mehr als 2019. Etwa 17 Prozent davon entfielen auf Baden-Württemberg.

930 000 Ölheizungen im Land

Ein Viertel der Wohnungen und Häuser in Deutschland wird mit Öl beheizt, in Baden-Württemberg ist es sogar ein Drittel. Insgesamt stehen hier rund 930 000 Ölheizungen. Das Problem: Fast 60 Prozent davon sind älter als 20 Jahre und damit alles andere als klimafreundlich. Der VEH rät deshalb nachdrücklich zum Austausch. Damit werde schließlich auch der Verbrauch gesenkt.

Anlagen, die nicht älter sind als 30 Jahre, dürften nach Angaben des VEH weiterlaufen. Noch ältere Ölheizungen nur dann, wenn Niedertemperatur- oder Brennwertkessel genutzt werden und die Heizungen in einem selbstgenutzten Eigenheim betrieben werden. In Baden-Württemberg müssen sie allerdings in Verbindung mit dem Einsatz von 15 Prozent erneuerbarer Energie, etwa durch Solarthermie, oder zehn Prozent Bioheizöl im Einsatz sein. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 16.01.2021 07:45
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