Kommentar Peter DeThier zur wirtschaftlichen Lage in den USA

Optimismus verflogen

  • Peter DeThier Foto: SWP
Die US-Wirtschaft ist als Folge der Coronavirus-Pandemie stärker eingebrochen als während der Weltwirtschaftskrise vor 90 Jahren. Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren haben fast alle Branchen in Mitleidenschaft gezogen. Die Tourismusindustrie, das Gastgewerbe, Autohersteller und andere Industrieunternehmen, der Häusermarkt und vor allem Dienstleister haben schweren Schaden genommen.

Es ist zwar anzunehmen, dass der unfassbare Rückgang des Bruttoinlandsprodukts, der aufs Jahr hochgerechnet fast 33 Prozent erreicht, sich im dritten Quartal nicht wiederholen wird. Gleichwohl ist jener Optimismus, der im Frühjahr noch weit verbreitet war, längst verflogen. Viele US-Staaten, die ihre Wirtschaft zu schnell geöffnet hatten, müssen wegen der steigenden Erkrankungen wieder teilweise dicht machen. Auch ist für den Streit um ein neues Konjunkturpaket noch kein Ende in Sicht, und diese Woche läuft zusätzliches Arbeitslosengeld, das im März beschlossen worden war, wieder aus.

Das wird schwer auf dem Privatkonsum lasten, der mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmacht. Keineswegs hilfreich ist, dass Präsident Donald Trump die Lage schönzureden versucht. Die Konjunktur, drei Jahre lang Trumps größte Stärke, könnte ihm bei der Wahl im November noch zum Verhängnis werden.
© Südwest Presse 31.07.2020 07:45
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