Kommentar Peter DeThier zu den Maßnahmen in den USA

Resolut und konsequent

  • Peter DeThier Foto: privat
Als vor dreizehn Jahren die Preisblase am US-Häusermarkt platzte, das globale Finanzsystem ins Wanken geriet und die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession stürzte, glaubten Experten, dass es schlimmer nicht kommen könnte. Damals begriff man wenigstens, dass die Banken sich mit faulen Immobilienkrediten übernommen hatten und deren Bilanzen bereinigt werden mussten. Heute aber weiß kein Mensch, wie die Coronavirus-Pandemie die Wirtschaft im Würgegriff halten wird.

Die Politiker und Notenbanken, ob in Berlin, die EZB in Frankfurt oder die Währungshüter und der Kongress in Washington, handeln resolut und konsequent, das muss man ihnen zugute halten. Welche Wirkung die Maßnahmen zeigen werden, bleibt aber ungewiss. Der Nullzins, den die Zentralbank in Washington beschloss, konnte ebenso wenig wie die massiven Anleihenkäufe, die nun unbegrenzt sein werden, Kurseinbrüche verhindern.

Ein Hilfsprogramm durch den Kongress, welches 2 Billionen Dollar übersteigen könnte, wird die Liquidität der Haushalte und Unternehmen für einige Zeit sicherstellen und könnte Arbeitsplätze retten. Es ist aber kein Allheilmittel. Unsicherheit ist der größte Risikofaktor. Nur dann, wenn ein Ende der Gesundheitskrise abzusehen ist, wird auch die Wirtschaft wieder aufatmen können.
© Südwest Presse 24.03.2020 07:45
222 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy