Wirtschaft am Rand

Trimmen im Homeoffice

  • Caroline Strang. Foto: Volkmar Könneke
Oben hui, unten pfui – das gilt derzeit in ganz besonderer Weise. Denn wer im Homeoffice arbeitet – und das sind sehr, sehr viele Menschen –, kennt diesen halben Schlendrian. In einer Videokonferenz sieht man eben nur die obere Hälfte der Kollegen. Also schnell den Schreibtisch so verrückt, dass im Hintergrund die Bücherwand mit den nie aufgeschlagenen philosophischen Standardwerken steht, der Kunstdruck aus dem Keller geholt, die Zähne geputzt, einen ordentlichen Pullover angezogen. Das reicht. Die Schlabberjogginghose in Hippie-Batik-Optik fällt gar nicht auf. Aber irgendwas fehlt noch. Der Kaffee? Ne. Der steht in der Papa-ist-der-Beste-Tasse bereit. Ah, die Haare. Der Friseur hat nicht mehr geöffnet, die kurzen Zottel stehen traumbedingt in die Höhe. Und der Bart. Herrje. Wenigstens hängt das Frühstück nicht drin.

Selbst ist der Mann auch in der Krise. Und so vermeldet der Online-Versandhändler Otto, dass besonders viele Haar- und Bartschneider bestellt werden. Normalerweise seien es 30 Bartschneider pro Tag, derzeit bis zu 300. Und nicht nur der Bart wird getrimmt. Nach der Videokonferenz wird der Rest des Körpers in Form gebracht. Der Absatz von Hanteln hat sich versechsfacht. Auch hier getreu dem Motto, oben stark, unten egal.

Übrigens: Wandfarbe ist ebenfalls besonders gefragt. Welche davon der Favorit ist, verrät der Händler leider nicht. Dabei wäre es interessant: Schwarz oder doch der Regenbogen? Caroline Strang
© Südwest Presse 26.03.2020 07:45
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